Da das PANS-Syndrom stets mit einem foudroyanten (blitzartigen) Beginn im Kindes- oder Jugendalter beginnt, stürzte sich die Forschung zunächst vor allem auf pädiatrische Patientinnen und Patienten; also Menschen vor Abschluss der Pubertät. Ein weiteres viel bearbeitetes Forschungsfeld ist jenes der PANS-Untergruppe PANDAS, die als Folge einer Infektion mit Streptokokken auftreten kann.

Werbung
Werbung

Vergessen wurden dabei lange jene Patienten, welche PANS in das Erwachsenenalter “mitnehmen”, oder bei denen PANS im späteren Lebensalter wieder aufflammt.

PANS oder A-PANS?

Dominieren bei jugendlichen Patienten (PANS) psychiatrische Symptome, stellt sich das PANS-Syndrom beim erwachsenen Patienten (A-PANS) als eine “Krankheit der tausend Gesichter” dar, ähnlich wie man es von MS oder der Parkinson Erkrankung ebenfalls kennt. Dass Krankheiten bei Kindern und Erwachsenen anders verlaufen können, ist eine alte Erkenntnis der Medizin.

Small firms still ignoring the needs of disabled customers ... - businessadvice.co.uk
Small firms still ignoring the needs of disabled customers ... - businessadvice.co.uk

Die Windpocken wurden dabei stets als Paradebeispiel genannt. In der Kindheit lästig, können sie Erwachsenen böse zusetzen. Gegen sie gibt es inzwischen eine Impfung, PANS-Patienten sehen sich dagegen immer noch falsch- oder unterbehandelt.

Unterschied USA vs. Deutschland

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist das PANS-Syndrom inzwischen immerhin vom Forschungsgegenstand zum Teil der klinischen Praxis geworden. Gewiss noch nicht flächendeckend, doch das Bewusstsein für die Existenz dieser dramatischen Erkrankung ist doch erheblich höher als in Europa und hier speziell in Deutschland.

Werbung

Alleingelassen mit A-PANS

Patientinnen und Patienten mit dem A-PANS Syndrom (“A” für das Englische Wort “adult” = erwachsen) stehen dabei besonders im Regen. Denn sie haben nach langen Krankheitsverläufen oft verwirrend vielfältige und gravierende Symptombilder, einschließlich Organschädigungen, auch und gerade im Gehirn. Betroffen sind hier vor allem die Substantia nigra und die Basalganglien. Degenerationen in diesen Gehirnsegmenten können neuerdings mit der TCD-Sonographie gut und sicher dargestellt werden.

Viele dieser und andere Organbefunde stellen sich derart deutlich dar, dass sie manchen Kollegen schamhaft zurücklassen - sich bewusst seiend, den Ernst der Lage einer Patientin oder eines Patienten mit A-PANS Syndrom zu lange nicht umfassend genug erkannt zu haben.

A-PANS kann man behandeln, aber nicht heilen

Wichtig im Umgang mit Patienten, die am A-PANS Syndrom leiden, ist eine umfassende neurologische, psychiatrische, immunologische, endokrinologische und internistische Untersuchung.

Werbung

Gerade der neurologische Status sollte engmaschig kontrolliert werden, da degenerative Prozesse im Gehirn sehr weitreichende Folgen haben können. Zudem stellt sich fast jeder A-PANS Fall mit einer etwas anderen Symptomkonstellation dar. Je nach Schwere der Symptome und der betroffenen Organe ist eine symptomatische Behandlung möglich, jedoch keine Heilung.

Klick um mehr zu lesen