Teil 1 finden Sie hier.

Mein Vater und ich gingen in den Hof, um in die Kutsche zu steigen. Heute hatte er die gute Kutsche vorbereiten lassen, die von vier Pferden gezogen werden musste. Wir stiegen hinein, der Kutscher ließ die Peitsche knallen und fuhr aus dem Hof hinaus. Durch die verwinkelten Straßen ging es Richtung Osttor, aber leider nur langsam. Die Menschen zogen durch die Stadt und gingen ihren Beweggründen nach, doch leider wurden die Straßen dadurch verstopft.

Nach mittlerweile einer Stunde haben wir es zum Tor geschafft.

"Heyda, wo wollt ihr hin" rief einer der Wachen. Ich bin Notar Richard Da Vinci, ich möchte zur Feier des Geburtstages meines Sohnes zu seinen Großeltern nach Vinci fahren".

"Na dann eine gute Reise", rief die Wache, als er uns durch das Tor winkte. Damit ging es hinaus in die Natur außerhalb von Florenz. Es geht vorbei an Bauernhöfen und Obstgärten, die alle in voller Blüte stehen. Während wir fahren hörte ich das Geklapper einer Kutsche,die schnell näher kam. Als ich mich umdrehte sah ich, dass die andere Kutsche wie vom Teufel geritten heran kam, um uns einzuholen. Als die Kutsche direkt hinter uns war, kam es aus dieser Kutsche: "Richard, was erdreistest du dich, schon so früh loszufahren. Ich wollte noch bei dir vorbeifahren und du warst schon weg. Jetzt musste ich hinter dir herhetzen, nur damit ich dich noch erreiche. Was soll denn das?"

"Ach Balduin, nun hab dich nicht so. Nur weil du wohl wieder zu spät aufgestanden bist. Da bist du selber schuld." Es war also Balduin, der ältere Halbbruder meines Vaters.

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Er war der Sohn eines Cousins des Fürsten de Medici, der gerade in Florenz herrscht. Dieser war mit meiner Großutter verheiratet, bevor er nach Balduins Geburt verstarb. Meine Grußmutter heiratete danach meinen Großvater. Balduin gehört sogar zum Stadtrat, sein Onkel, der Fürst, hat ihm diesen Posten verschafft. Dementsprechend wohlhabend ist er auch. Was mich aber wundert ist, dass er zu meinem Geburtstag kommen will. Er tut normalerweise nur etwas, wenn es ihm etwas bringt oder wenn der Fürst ihm etwas befiehlt.

So geht es weiter auf der kleinen Landstraße, mein Vater und sein Halbbruder streiten sich die ganze Fahrt über die Nichtigkeiten des vergangenen Jahres. Für Leute, die die beiden nicht kennen, wirkt das immer so, als ob sie sich hassen würden. Das ist allerdings ihre Weise sich ihre Zuneigung auszudrücken. Während es also immer weiter geht kommen wir bald in Vinci an und fahren in die Residenz meiner Großeltern ein.

Beim Aussteigen sehe ich, dass Balduin noch jemanden mitgebracht hat.

Er hat keine Familie, wer kann das also sein? Ich gehe um die Kutsche herum und bleibe wie festgefroren stehen. Es ist das Mädchen, das ich vor ein paar Tagen mit Giovanni in der Taverne gesehen habe und sie sieht einfach fantastisch aus. Ich bekomme keinen Ton heraus. Das Mädchen kommt auf mich zu und sagt: "Hallo, ich bin Luisandra." "Ha..Ha...Hallo. Ich bin Leonardo", stammele ich zusammen. Balduin bemerkt meine Unsicherheit, kommt zu uns und sagt: "Das ist Luisandra. Meine Großnichte und die Enkelin des Fürsten de Medici".

-Fortsetzung folgt-