Wer hat noch nicht von ihnen gehört? Optische Täuschungen. Jeder kennt sie, jeder fürchtet sie und jeder ist fasziniert von ihnen. Jeder kennt die sich bewegenden Kreise von Akiyoshi Kiaoka. Kreise, die das Gehirn austricksen, da kein klarer Orientierungspunkt vorhanden ist. Starrt man aber einen Punkt an, hören die Kreise auf sich zu drehen. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist die "Ebbinghaus-Täuschung". Hier werden zwei ausgefüllte Kreise dargestellt. Der eine wird von kleinen Kreisen umgeben, der andere von großen. Schon hat man den Eindruck, dass die ausgefüllten Kreise unterschiedlich groß sind. Sind sie aber nicht.

Viele solcher optischen Täuschungen gibt es bereits seit Jahrzehnten, ja seit Jahrhunderten.

Und nun kommen wir zum Hermann-Gitter. Ihr seht es oben im Bild, aber hier ist der Tweet, der das Aufsehen erregt:

Und? Könnt ihr alle 12 schwarzen Punkte gleichzeitig sehen? Vermutlich nicht. Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach. Der Grund ist eine Kontrasttäuschung. Das Auge schafft es nicht den Unterschied zwischen schwarz und weiß präzise genug zu erfassen. Dazu täuschen sich die Rezeptoren auf der Netzhaut gegenseitig. Dadurch kann immer nur ein kleiner Bereich mit kleinen Punkten "angesehen" werden, während die anderen Punkte offenbar verschwinden. Hier ein weiteres deutlicheres Beispiel:

Entdeckt, hat dieses Muster übrigens Ludimar Hermann.

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Das war schon im Jahre 1870. Seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts spielt es in der Sehforschung eine besondere Rolle. Mittels des Gitters können Muster für die Informationsverarbeitung im visuellen System geprüft werden. Will man dies weiter führen, wird es jedoch sehr wissenschaftlich und ausufernd. Stichworte sind hier aber die rezeptiven Felder. Wer sich dafür genauer interessiert, kann dies gerne in Lexikas oder im Internet nachlesen.

Es gibt viele weitere optische Täuschungen die faszinierend sind. Manche, die leichter zu durchschauen und andere, die echte Kopfzerbrecher sind. Es ist amüsant darüber nachzudenken, wie der Körper getäuscht wird. Meistens ist es jedoch einfache Wissenschaft, die die Vorgänge erklären kann. Daher, last euch nicht unterkriegen, es gibt immer eine Lösung und zur Not, gibt es ja noch die Suchmaschinen.