Dieser Lost Place ist mitunter der bekannteste unweit von erfurt, als wir vor Jahren das erste Mal dort waren haben sich die Bilder geprägt. Wer unsere Entstehung gelesen hat weiß auch was dort vorgefallen ist. Es war ein Schreckmoment. Deswegen waren wir heute um so vorsichtiger mit diesem Lost Place. Leider mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass kein einziger Raum noch so aussieht wie vor Jahren. Vandalismus steht auch hier wieder an erster Stelle. TRAURIG..... im Erdgeschoss ist eine komplette Treppe in den Keller gefallen, dort klafft nur noch ein großes Loch. Die Decken im Dachgeschoss tragen auch nicht mehr viel, dank der fehlenden Dachziegel.

Beard Urbex hätte es heute fast erwischt, als die alten Holzdielen nachgegeben haben sah er sich schon eine Etage tiefer. Das ist nochmal gut gegangen. Als wenn das nicht schon reicht, ist sein Kamerastativ auch noch kaputt gegangen. Für Beard wäre es heute besser gewesen wenn er zuhause geblieben wäre, aber er wollte sich das unbedingt noch einmal anschauen. Auch den alten Mann haben wir heute wieder gesehen er schlich mit einem Küchenmesser und einer Plastiktüte um das Gebäude. Was auch immer er damit vorhatte werden wir nie erfahren. Möge doch die Heilanstalt zur blutigen Lunge irgendwann ihre letzte Ruhe finden.

Hier die Geschichte zur Ehemaligen Lungenheilstätte:

München, nein es handelt sich nicht um die Millionenstadt in Bayern, sondern um das München in Thüringen.

Top Videos des Tages

Unweit von Bad Berka befindet sich die ehemalige Lungenheilstätte und Tuberkoloseklinik. Prachtvoll ragt das alte Fachwerkgebäude aus dem Wald hervor, welches bis zum Jahre 1912 einstöckig war. Aufgrund des hohen Patientenaufkommens wurde in einzigartiger Fachwerkbauweise bis auf vier Etagen aufgestockt. Welches bis heute noch erhalten ist. Die Therapie für Schwindsüchtige war einzigartig und gewöhnungsbedürftig. Der damalige Arzt Dr. Willrich welcher die ruhige Lage und die gute Waldluft besonders schätzte, ließ die Patienten vorerst in Hängematten liegen, bis er später Holzhütten errichten ließ, welche als Waldschlafstätten genutzt wurden. Diese waren hinten verschlossen jedoch konnten nach Bedarf die Seiten und die Front geöffnet werden. Diese Methode nannte man Frischluftliegekultur ,da es zu dieser Zeit noch keinen passenden Behandlungsmethoden gab. Stundenlang verbrachten Schwindsüchtige in diesen Holzhütten, selbst im Winter bei eisigen Temperaturen. 1925 wurde die Sophienheilstätte zur Thoraxklinik umfunktioniert und mit zu dieser Zeit sehr leistungsstarken Röntgengeräten ausgestattet.

Selbst ein Sonnenbad wurde errichtet, welches zur Genesung beihelfen sollte. Es folgte 1929 die Wirtschaftskrise. Somit war es der LVA Thüringen nicht möglich die Heilanstalt mit vollem Personal auszustatten. Zu diesem Zeitpunkt waren nur 50% der Betten belegt. Als 1934 Prof. Dr. Adolf Tegtmeier das Zepter der Klinik in die Hand nahm, sorgte er für positive Schlagzeilen. Er war der erste, der chirurgische Behandlungen für Lungenkollapspatienten durchführte. Als ärztlicher Direktor ging Tegtmeier 1966 in Ruhestand und verstarb 1975 in Erfurt. Im Jahre 1992 wurde die Heilstätte geschlossen, krampfhaft wurde nach einem Käufer gesucht, leider vergebens. Die Kaufsumme in Milionhöhe konnten zu dieser Zeit nur wenige aufbringen. Seitdem steht das Gebäude leer und ist dem Verfall preisgegeben. 2015 brach ein Feuer im angrenzenden Gebäude aus, welches dadurch komplett zerstört wurde. Die Polizei konnte Brandstiftung nicht ausschließen, die dunklen Rauchschwaden waren kilometerweit zu sehen. 2002 wurde die Sophienheilstätte gekauft, und mit dem Gedanken gespielt es denkmalgerecht als Seniorenresidenz umzubauen. Leider bis heute vergebens. Ein Zeitzeuge erzählt seine Erinnerung an die Heilstätte.

„Mein Aufenthalt in der Klinik war unvergesslich, ich hätte niemals gedacht dass ich als ehemaliger Fabrikarbeiter hier lande. Aber was tut man nicht alles für die Gesundheit. Als ich meine Kur in der Sophienheilstätte antrat musste ich sechs Hemden, zwei Unterhosen, zehn Taschentücher, drei Paar Strümpfe, einen Anzug, ein Paar feste Stiefel oder Schuhe, ein Paar Gummiüberzieher für nasse Witterung, ein Paar Haus- oder Morgenschuhe, Kleiderbürste, Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Kamm, Überrock mitnehmen. Andere Patienten mussten sich sogar die fehlenden Dinge leihen. So lief die Aufnahme ab : Jeder Patient wurde von der Oberschwester empfangen und in einem Verzeichnis eingetragen. Es wurde Fieber gemessen, gebadet und das passende Bett zugewiesen. Die Patienten erhielten eine blaue Taschenspuckflasche mit dem Hinweis, den „Auswurf" dahinein zu spucken und nur in den Klosetts zu entsorgen, denn im Sanatorium war strenge Hygiene gefordert. Ein Verstoß dagegen wurde mit dem Abbruch der Kur bestraft."

Quelle: Wikipedia, Rottenplaces, Thüringenleser,