Das Stuttgarter Frühlingsfest ist dafür bekannt, dass Feiernde hier auch mal über die Stränge schlagen. Ein Abiturient hat sich nach dem ausgiebigen Genuss von Alkohol auf dem Cannstatter Wasen übergeben - ausgerechnet im Polizeiauto. Mit seinem Entschuldigungsschreiben an die Beamten sorgt er für einen rührenden Moment bei der Polizei und viel Zuspruch im Netz.

Rührendes Entschuldigungsschreiben

Via Facebook teilt die Polizei Stuttgart mit, dass sie nach dem Zwischenfall am Rande des Fests eine rührende Nachricht des betroffenen Abiturienten erreicht habe. Mit bedauernden Worten entschuldigte sich der Feierwütige bei den Freunden und Helfern.

Dabei fand er Formulierungen, die die Polizei so nicht häufig zu lesen bekommt.

Bei den diensthabenden Polizisten entschuldigt sich der Betroffene zutiefst für die Entleerung seines Mageninhalts in das Polizeiauto. Er könne sich sehr gut vorstellen, wie unangenehm dies für die Polizisten gewesen sei. Jedoch bestünde für ihn die Hoffnung, das der Vorfall, abgesehen von der erforderlichen Reinigung des Fahrzeugs, keine allzu großen Umstände gemacht habe.

Er gibt sich in der Nachricht als derjenige Abiturient zu erkennen, der deutlich alkoholisiert auf dem Cannstatter Wasen vor dem Festzelt lag und von den Beamten im Dienstwagen zur Wache gebracht wurde. Später sei er abgeholt worden. Sein Dank gilt den Polizisten für ihre hilfbereite Art. Sie seien fürsorglich und freundlich mit ihm umgegangen.

Für Feierlustige wie ihn wäre es ohne Menschen wie die Beamten deutlich gefährlicher und ungenießbarer, Festivitäten wie das Stuttgarter Frühlingsfest zu besuchen.

Der Abiturient bewundert die Polizisten, dass sie solch einen tollen Job machen. Dieser sei vermutlich gefährlich und teilweise unschön. Dankbarkeit sei wohl auch nicht zu erwarten. Er hält dies für bewundernswert. Gleichzeitig verband er seine Nachricht mit der Hoffnung, dass er hiermit gegenüber den Beamten seinen größten Respekt für das, was diese leisten, aussprechen kann.

Abschließend wünschte er den Empfängern der Nachricht nicht nur weniger Menschen wie ihn, sondern auch ein komplikationsfreies und möglichst ruhiges Fest. Er verband sein Schreiben mit den dankbarsten Grüßen.

Gefeiert durch die Netzgemeinde

Zahlreiche Kommentatoren feiern den Reumütigen nun im Netz. So zieht ein User seinen Hut vor dem Abiturienten. Gerade zu Zeiten, wo es vermehrt zu Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte käme, sei dies eine positive Reaktion, die Respekt verdiene.

Ein anderer zeigt Verständnis für das, was vorgefallen ist. Gleichzeitig findet er es toll, dass sich der Betroffene aufgrund der Peinlichkeit der Situation entschuldigt. Solch gute Manieren und die gute Erziehung dahinter seien heute nicht mehr selbstverständlich. Im Hinblick auf die jüngsten Vorkommnisse und die vermehrt auftretenden Anfeindungen und Angriffe gegen Polizeibeamten pflichtet ein weiterer User bei "Ich finde das klasse und es gehört sich eigentlich, so zu reagieren. Was die Polizisten generell alles mitmachen und sich anhören müssen, ist schlimm genug. (...)"