Königsfamilien sind bekannt für ihre langen Namen und Titel, die durchaus Zungenbrecher sein können. Doch hinter verschlossenen Türen geben sich auch die Hoheiten Kosenamen. Die britische Zeitung Sunday Express hat jetzt königliche Spitznamen ausgeplaudert.

Wie die Queen zum Kohl wird

Der vollständige Name der Königin des britischen Reiches ist Elizabeth Alexandra Mary und ihr vollständiger offizieller Titel lautet “Elisabeth die Zweite, von der Gnade Gottes des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und ihrer anderen Reiche und Territorien Königin, Oberhaupt des Commonwealth, Verteidigerin des Glaubens”.

Das erinnert weniger an einen Namen als an eine logopädische Übungsaufgabe. König George V. rief seine Tochter deswegen einfach "Lilibet", wie der Sunday Express berichtet. Und Prinz Philip, der seit fast siebzig Jahren mit Elisabeth zusammen ist, bezeichnet seine Frau merkwürdigerweise als "Kohl".

Ausgerechnet Kohl! Woher dieser wenig royale Spitzname stammt, konnte auch der Express nicht herausfinden. Doch dieser komische Rufname könnte auf den französischen Ausdruck "mon petit chou" zurückzuführen sein, der direkt mit "mein kleiner Kohl", aber auch mit "mein kleiner Blätterteig" übersetzt werden könne, so die britische Sonntagszeitung. Doch Prinz Philip ist sowieso für seinen schrägen Humor bekannt. Daher passt eine solche Wahl zu ihm. Darüber, wie die Queen sich dabei fühlt, kann man nur rätseln. Aber nach bald siebzig Jahren an der Seite ihres Gatten, dürfte sich ein Gewöhnungseffekt eingestellt haben.

Die Enkel sind netter

Die Enkel der Königin, Prinz William und Prinz Harry, nennen die Queen einfach "Oma". Prinz George soll seine Urgroßmutter Gan-Gan nennen, warum auch immer.

Robert Hardman von der “Daily Mail” enthüllte, dass die royalen Kleinkinder, darunter Prince George, ihren Großvater Prinz Charles "Opa Wales" nennen - nicht ganz unpassend, denn er ist der Prince of Wales. Die Königin hatte einen sehr ähnlichen Spitznamen für ihren Vater, König George V. - sie nannte ihn einfach “Opa England”.

Nicht eben romantisch

Prinz William bezeichnet seine Ehefrau Kate übrigens angeblich als "Puppe" - auch etwas merkwürdig. Und im Gegenzug ist Kate bekannt dafür, ihn "Baby" zu nennen. Prinz Harry hat auch enthüllt, dass Prinzessin Diana William "Wombat" nannte, nachdem sie Australien besucht hatte, als er noch ein kleiner Junge war. Und enge Freunde sollen den britischen Prinzen "Wills" nennen.

Der zweitgeborene Sohn von Charles und Diana hieß bei der Geburt Henry Charles Albert David, ist aber schon immer als "Harry" bekannt. Und seine Frau Meghan enthüllte kürzlich ihren Spitznamen für Prinz Harry, als beide Anfang des Jahres an einem Hamilton-Spiel teilnahmen.

Berichten zufolge hörte man die Herzogin von Sussex während eines Besuchs in West End "My Love" sagen. Im Gegenzug bezeichnet Prinz Harry Meghan als "Meg".

Ein Paartherapeut warnt

Zu offen sollte man mit Kosenamen ohnehin nicht umgehen. Unvergessen ist, dass Edmund Stoiber im Bundestagswahlkampf 2002 in die Fernsehkameras ausplauderte, dass er seine Frau “Muschi” nennt. Wie die liebenswerte Frau Stoiber darüber denkt, bleibt ihr Geheimnis. Peinlich war es allemal. Vor solchen Fettnäpfchen warnte schon 2012 ein Paartherapeut in den Aachener Nachrichten. Es könne beschämend sein, wenn man von seinem Partner in der Öffentlichkeit mit einem Kosenamen angesprochen werde, so Beziehungsexperte Dr. Dr. Dariush Barsfeld. Nur in der privaten Zweisamkeit könne ein Kosename zu guten Gefühlen beitragen, warnte der Psychologe damals. Seitdem hat sich offenbar wenig geändert - zumindest bei den Royals. Für eine aktuelle Stellungnahme zu den königlichen Spitznamen war der Experte nicht mehr zu erreichen.