Es handelt sich in diesem Fall um die Forderungen der ANR-Anwälte aus Wuppertal gegen eine ca. 50 jährige, alleinstehende Ratsuchende.

Vorgeschichte - worum geht es?

2013 erhielt die Schuldnerin ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Wuppertal, eine unbekannte Person hatte die Frau angezeigt. Da sie sich nicht vorstellen konnte wer oder was dahinter stand, suchte sie die ANR-Anwälte in Wuppertal Ronsdorf auf. Es handelt sich hierbei um eine große und alteingesessene Kanzlei, die eigentlich vertrauenswürdig erschien.

Die Frau übergab dem Anwalt den Beratungsberechtigungsschein (erhältlich beim Amtsgericht für Personen mit geringen Einkünften). Der Anwalt führte nur ein kurzes Gespräch und konnte der Frau nicht wirklich weiter helfen Der Schein vom Amtsgericht würde nur die Kosten dieses Gespräches abdecken, um der Frau jedoch etwas zu dem vorliegenden Fall sagen zu können sei Akteneinsicht bei der Polizei erforderlich.

Dieses sei jedoch für die Frau kostenpflichtig. Da die Situation es erforderlich machte, willigte die Frau ein. (Ob hier schon von den Anwälten eine unberechtigte Bereicherung vorliegt wird derzeit noch geprüft).

Bevor die Anwälte jedoch tatsächlich richtig aktiv werden mussten, wurde die Anzeige zurück gezogen. Es fand kein weiteres Gespräch mit dem Anwalt statt, da die Angelegenheit ja erledigt war. Die Anwälte schrieben eine private Rechnung an die Frau. Da sich diese jedoch für 6 Wochen nicht in ihrer Wohnung aufhielt, weil sie sich in der Wohnung eines Bekannten aufhielt, der für diese Zeit eine Reha absolvierte, erreichte sie dieses Schreiben sehr spät. Ohne das sie die Zeit hatte sich richtig um das Schreiben der Anwälte kümmern zu können, fuhr die Frau zu einem Vorstellungsgespräch nach München.

Top Videos des Tages

Dieses war Ende August 2013. Das Vorstellungsgespräch war erfolgreich, sie bekam die Anstellung und kam, auch für sie überraschend, nicht wieder nach Wuppertal zurück. Da sie keine feste Wohnung in München hatte und in verschiedenen Jugendherbergen und Pensionen wohnte, konnten ihre Eltern ihr die in Wuppertal eintreffende Post nicht zusenden, ein Postnachsendeantrag war auch nicht möglich. Anfang 2014 kam die Frau für 3 Monate in eine stationäre Rehamaßnahme. Anfang April 2014 bezog sie ein Zimmer in einer WG. Ab diesem Zeitpunkt war es auch möglich regelmäßig Post zu erhalten. Die Frau bearbeitete auch umgehend die aufgelaufene Post.

Bevor sie mit den ANR-Anwälten Kontakt aufnehmen konnte, hatten diese bereits eine Kontopfändung durchgeführt. Aus den anfänglich ca. 100 Euro die die Anwälte für die Akteneinsicht haben wollten waren 460 Euro geworden. Die Pfändung wurde sofort im April 2014 in der geforderten Höhe beglichen. Das Konto auch wieder von der Bank frei gegeben. Eigentlich sollte damit ja alles erledigt sein.

Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Der Kampf geht jetzt erst richtig los.

Anwälte erfinden immer gerne neue Berechtigungen um die Preise weiter in die Höhe zu treiben

Umgehend schoben die Anwälte eine weitere Forderung in Höhe von ca 25 Euro nach. Dieses kann eigentlich nicht sein, da die Pfändung direkt beglichen wurde. Ein Sachbearbeiter der Stadtsparkasse Wuppertal sagt in diesem Zusammenhang, das Anwälte dafür bekannt sind immer noch zusätzliche Gründe für weitere Forderungen zu schaffen. So auch in diesem Fall.

Da im Rahmen des P-Kontos nur Pfändungen vorgenommen werden können, wenn die Einkünfte über dem Freibetrag liegen, dauerte es bis Juli 2015 bis das restliche Geld an die Anwälte überwiesen wurde. Zwischenzeitlich war weitere (normale) Gebühren dazu gekommen. Auch diese wurden gezahlt.

Den Anwälten dauerte es jedoch zu lange. Sie aktivierten einen Gerichtsvollzieher. Dieser war jedoch nicht dafür zuständig. Die Gebühren verlangen die Anwälte von der Schuldnerin. Es wurde ein zweiter Gerichtsvollzieher beauftragt, auch dieser war nicht zuständig. Jedoch auch diese Gebühren wollen die Anwälte erstattet haben. Zuletzt wurde Gerichtsvollzieher Nr. 3 damit beauftragt eine Vermögensauskunft einzuholen. Wegen 25 Euro weil es einem ja alle zwei Jahre zustehen würde (O-Ton Anwälte)! Bevor es jedoch zu dem Termin kam wurde die Pfändung beglichen. An dem Termin musste die Schuldnerin jedoch erscheinen und der Gerichtsvollzieher verlangte jetzt 170 Euro (inklusive des angeblich noch offenen Betrags). Die Frau konnte und wollte nicht zahlen.

Jetzt kam am 13.12.17 eine weitere Pfändung in Höhe von 560 Euro! Die Anwälte haben immer noch nicht den bereits erhaltenen Betrag abgezogen. In ihrer Verzweiflung zeigte die Schuldnerin jetzt die Anwaltskanzlei an. Sobald ein Pfändungsbeschluss erfolgt ist hat man kaum Möglichkeiten dagegen vor zu gehen.

Wir werden über den weiteren Verlauf berichten.

Persönlich das Gespräch geführt und Unterlagen eingesehen.