Man bezweifelte fast überall, ob Putins Russland den Krieg je gewinnen kann und trotzdem... Bereits während der Kämpfe in Westsyrien gab es krasse Beispiele für die schnell wachsenden Möglichkeiten, der durch die Russen immer geschickter unterstützen, Regierungstruppen. Dabei war die Entschlossenheit den ersten russisch-orthodoxen Kreuzzug fortzusetzen, mit kaum einem anderen politischen Vorhaben in der heutigen Welt zu vergleichen.

Es war seit Anfang an sonneklar, dass die Kämpfe in Westsyrien die Regierungstruppen viel zu lange binden.

Das Durchbrechen des Belagerungsringes um Deir-ez-Zor konnte ein psychologischer und politischer Wendepunkt sein.

Die heldenhafte Stadt

Deir ez-Zor (oder auch: Deir es-Sor) ist eine am Euphrat gelegene Stadt im Osten Syriens.

Von fruchtbarem Boden umgeben, auf dem das Weizen und Baumwolle angepflanzt werden, ist sie ab Mitte der 1990er-Jahre zu einem Schwerpunkt der syrischen Erdölförderung geworden. Die dort seit Jahrhunderten ansässigen moderaten Moslems bereicherten sich dank ihrer weltoffener Haltung und lebten fast wie im Paradies.

Dann aber kamen die Islamisten und haben einen erbarmungslosen Bürgerkrieg mitgebracht. Am 14. Juli 2014 hatte die Belagerung der Stadt und des Flughafens durch die Truppen der IS-Terrororganisation begonnen. Die ganze Bevölkerung unterstütze die Soldaten. Die Sufi-Ordensgemeinschaften haben zahlreiche Milizen aufgestellt und die nahe gelegene Dörfer wurden in den Verteidigungsring eingeschlossen. Der General Jameh fiel im Kampf. Issam Zahreddine hat seinen Platz als der Befehlshaber der Stadt eingenommen.

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Der Löwe der Republikanischen Garde

So wurde der General Zahreddine genannt. Während der Belagerung hielten sich in der Großstadt 50 000 Soldaten und Militionäre sowie 100 000 Zivilisten auf. Zahreddine, der Angehörige der Drusen-Religionsgemeinschaft, wurde als begabter militärischer Anführer, der zusammen mit seinen Soldaten im Kugelhagel kämpfte, durch Sufi-Mosleme anerkannt. Sie zogen es vor lieber zu sterben, als das alte, tolerante Syrien zu verraten.

Dann kam, wie ein Wunder, das militärische Eingreifen Russlands

Dies bedeutete für das eingekesselte Gebiet, welches früher nur durch sporadische Hubschrauberlandungen und Abwurf von Gütern aus der Luft versorgt werden konnte, die Luftbrücke und wiederholte Luftschläge gegen den Feind. Den Feind, dessen Bosheit geradezu uferlos wurde. Mit Massakern an Kindern und Frauen versuchten die ISIS-Invasoren die Verteidiger zu brechen. Umsonst. Dies verstärkte nur den Widerstand.

Sie kämpften alle wie die Löwen

Im Angesicht der ankommenden Niederlage an allen Fronten hatten die Terroristen noch ein Versuch unternommen, den Verteidigungsring zu brechen.

Zwischen dem 17. und 22. Januar gelang es dem IS, die Verbindung zwischen den beiden, von Regierungstruppen kontrollierten, Gebieten abzuschneiden. Auf fast allen Straßen fanden harte Kämpfe statt. Es fielen viele hunderte Opfer, darunter ganze Familien, die, in ihren Häusern umzingelt, Selbstmord begangen haben. Die Russen hatten dies sofort mit schweren Bombardierungen aller IS-Stellungen in der Provinz Deir ez-Zor beantwortet.

Am 27. August 2017 begann die Großoffensive der syrischen Armee und der Volkswehr

Am 5. September wurde die Landverbindung zur Stadt eröffnet

Die Entscheidungsschlacht sollte ganze drei Monate dauern und mit vollständiger Vernichtung der IS-Terrororganisation westlich des Euphrats enden. Die zwei Generäle: Zahreddine und sein russischer Militärberater, Assapow, kamen allerdings bei den letzten Kämpfen ums Leben. Zahreddines Begräbnis wurde zur riesigen patriotischen Manifestation. Die Anführer der IS-Terrororganisation im Kampfgebiet um Deir ez-Zor wurden aber, bis auf eine Ausnahme, auch getötet.

Die schickschalsschwere Ereignisse

Die schreckliche Übermacht der Luftwaffe Putins zeichnete sich immer mehr während des Krieges ab. Die russisch-syrische Aufklärung der Kampfzone hatte sich sprunghaft verbessert und beinflusste den Verlauf der Entscheidungsschlacht. Die sogenannten Heiligen Krieger waren am Ende wie auf einem Präsentierteller. Durch perfekte Abriegelung aus der Luft sowie hundertprozentig genaue Luftnahunterstützung wurde ihr Schicksal besiegelt.