Okay, dass Sophia Thomalla gerne mal penetrant provozierend ist, dass dürfte ihr auch selbst klar und von ihr gewollt sein. Offensichtlich kann sie recht gut davon leben und das sei ihr gegönnt. Aber, dass sie sich in die Talkshow "Maischberger" setzt und behauptet, dass die #MeToo – Kampagne eine Verhöhnung von echten Vergewaltigungsopfern sei, ist eine gnadenlose Frechheit.

Endlich machen Frauen weltweit den Mund auf, endlich fangen die Menschen an, mal wieder über das Machtgefälle zwischen Mann und Frau zu diskutieren, da kommt Frau Thomalla angewackelt und erklärt das alles für überflüssig. Die ganzen monströsen Berichte von betroffenen Frauen, ärgern Sophia Thomalla.

Die Frauen hätten schließlich einfach „nein“ sagen können.

Das Recht auf den eigenen Körper

Und genau an diesem Punkt, verstehe ich auf einmal die ganzen vielen Gegner, die sogenannten Hater, von Sophia Thomalla, über die sie sich gerne mal beschwert. Über die sie aber auch sagt, dass deren Meinung sie nicht interessiere und auf deren Vorstellungen sie ihr Verhalten nicht abstimmen werde.

Richtig so, habe ich da immer gedacht, ich mag ihre Auftritte zwar auch nicht, aber vielleicht muss fehlendes Talent an anderer Stelle ausgeglichen werden, sie ist eine Exhibitionistin oder hat einen ausgefallenen Geschmack? Was immer die Gründe von Sophia Thomalla in der Vergangenheit waren, bei offiziellen Anlässen möglichst viel von ihrem Körper zu zeigen, das muss man nicht mögen, aber es ist ihre Entscheidung.

Top Videos des Tages

Ich war und bin davon überzeugt, dass sie das Recht hat, sich genau so auszudrücken, wie es ihr gefällt.

#MeToo hat Sophia nicht verstanden

Aber jetzt will genau diese Frau, die für sich alle Freiheiten fordert, von Opfern sexueller Gewalt verlangen, dass sie den Mund halten, dass sie ihre Erlebnisse für sich behalten und nicht unter #MeToo veröffentlichen. Genau da wird für mich eine Grenze überschritten, die auch eine Sophia Thomalla hätte respektieren sollen. Und ich denke, diesmal wird ihr diese Provokation nicht den gewünschten Erfolg bringen. Klar, sie hat jetzt noch einmal die volle Aufmerksamkeit. Gleichzeitig posiert sie ja auch ausgerechnet in der Weihnachtszeit in ihrer üblichen Aufmachung an einem Kreuz. Aber langfristig hat sich Sophia Thomalla in diesen Tagen völlig unglaubwürdig gemacht. Toleranz nur für sich selbst, nicht für andere, das wird auf Dauer nicht überzeugen.