Es werden die verschiedensten Informationen an die Schufa und andere Auskunftstellen über die Verbraucher übermittelt. Einige Einträge sind nicht schlecht, es kommt auf deren Status an. Wenn sich Verträge in "Abwicklung" befinden ist dieses eigentlich ganz gut. Schlechter sieht es mit Zahlungsrückständen aus. Allerdings wird noch nicht jede Mahnung eingetragen.

Ein aktueller Fall von dem ich erfahren habe zeigt deutlich, dass man nicht einfach davon ausgehen darf, die Einträge würden korrekt erfolgen. Im eigenen Interesse sollte man, von Zeit zu Zeit, die Angaben überprüfen.

Im aktuellen Fall einer jungen Frau geht es um eine Kontopfändung.

Im Beitrag: Abzocke durch Anwälte bei Zahlungsverzug - hier bei Blasting News habe ich darüber ausführlich berichtet.

Jetzt sind neue Aspekte aufgetaucht.

Bei der Überprüfung eines schon länger nicht mehr genutzten Girokontos wurde festgestellt, dass mehrere Pfändungen zwar aktuell noch aktiv gestellt waren, allerdings glaubte die Schuldnerin, dass diese bereits vor Jahren bezahlt wurden. Ein Rückruf bei der zuständigen Behörde bestätigte dieses. Somit konnten 4 längst erledigte Pfändungen ausgetragen werden.

Zufälligerweise meldete sich die Frau bei einem Bonitätsportal an. Hierbei erhielt sie Einblick in einige der über sie gespeicherten Daten. Da befanden sich zwei relativ aktuelle Einträge vom amtsgericht mit dem Hinweis, dass die Vermögensauskunft nicht abgegeben worden sei.

Dieses entspricht jedoch nicht der Wahrheit.

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Es erfolgte keine Vorladung zur Auskunftsabgabe und doppelt schon garnicht.

Die Frau legte umgehend bei den verschiedenen Amtsgerichten Widerspruch gegen diese Einträge ein. Derzeit gilt es noch abzuwarten wie die Gerichte reagieren.

Bei Ihrer Recherche fand sie ein wichtiges behördliches Portal. Dieses wollen wir Ihnen bekannt machen.

Es handelt sich um das Vollstreckungsportal

Mit diesem Portal erfüllen die Landesjustizverwaltungen die Verpflichtung aus dem Gesetz zur Reform der Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung (ZwVollStrÄndG) vom 29. Juli 2009, das zum 01. Januar 2013 in Kraft getreten ist (BGBl. I S. 2258). In dem Gemeinsamen Vollstreckungsportal der Länder werden die bundesweiten Daten aus den Schuldnerverzeichnissen nach §§ 882b ff. ZPO zum kostenpflichtigen Abruf bereitgestellt. Für die in § 802k Abs. 2 ZPO genannten Stellen werden zusätzlich die Vermögensauskünfte der Schuldner zur Einsichtnahme bereitgestellt.

In diesem Portal erhält man Auskunft über die eigenen Eintragungen.

Für die eigenen Auskünfte fallen keine Gebühren an. Möchte man jedoch über eine andere Person Auskünfte einholen, so fallen Gebühren an und es ist eine Angabe von Gründen erforderlich.

Das Portal ist im Internet unter Vollstreckungsportal.de zu finden.

Da die eigenen Auskünfte kostenlos sind, sollte jeder von Zeit zu Zeit mal hier schauen was denn alles so über einen in dieser Gerichtsakte gespeichert ist. Denn wie in unserem Beispielfall erfolgen die Einträge zum Teil sogar ohne das der Betroffene davon Kenntnisse erlangen kann.

Auch besteht hier die Möglichkeit Löschungen nach Beantragung vornehmen zu lassen.

Das Vollstreckungsportal ist für Verbraucher eine wichtige Seite die man sich merken sollte.