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Für die geschäftsführende Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela #Merkel ist eines klar: Die Wähler wollen eine Wiederholung der Großen Koalition! Trotz massiver Verluste der Altparteien an Wählerstimmen bei der Bundestagswahl im September 2017 und trotz Erstarken der AfD sehe man offensichtlich dennoch den Auftrag der Wähler zur Bildung einer stabilen Regierung in der Form einer Neuauferlegung der #GroKo.

Nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche einer neuen Jamaika-Regierung scheint eine solche auch die einzige und essentielle Möglichkeit zu sein, Deutschland in Form einer Mehrheitsregierung zu regieren. Andernfalls drohten eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen...

Wie Merkur berichtete, würde sich eine solche Minderheitsregierung als instabil erweisen, da die Gesetzgebung von der Oppositionsmehrheit abhängig gemacht wird. Durch ein Misstrauensvotum kann sie zudem schnell gestürzt werden. Aufgrund dessen äußerte sich Angela Merkel kurz nach dem Platzen der Sondierungsgespräche zu einer neuen Jamaika-Regierung in der ARD bei Tina Hassel skeptisch, was das Anstreben einer Minderheitsregierung angeht. Grundsätzlich stand sie Neuwahlen jedoch positiv gegenüber.

Nach öffentlich geführten Debatten und Prophezeiungen, dass Neuwahlen möglicherweise den weiteren Fall von Angela Merkel und den restlichen Altparteien bedeuten könnte, schienen diese plötzlich nicht mehr Thema zu sein. CDU, CSU und SPD wollen - trotz jeglicher öffentlichen Zurschaustellung, dass anscheinend noch nicht sicher sei, ob es zu einer Neuauflage der Großen Koalition komme - die GroKo! Andernfalls würden sie Gefahr laufen ihre Macht verlieren.

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Doch wie stehen die Wähler beziehungsweise das Volk der Großen Koalition gegenüber? Sind es nicht eben diese, die die massiven Verluste von CDU, CSU und SPD zu verantworten haben und damit der ehemaligen Großen Koalition die Quittung für ihre Arbeit gegeben haben?

Laut FAZ sehe das Merkel nicht so: Eine #Regierungsbildung sei für sie eine Aufgabe, „für die wir den Auftrag der Wähler haben."

Interpretation des "Wählerauftrags" so, wie es einem in den Kram passt

Nach FAZ interessierten die Wähler die Politiker nun herzlich wenig. So interpretiere man die Ergebnisse der Bundestagswahl beliebig so, wie es einem schlicht und weg in den eigenen Kram passe: Wo es noch um die Sondierungsgespräche um eine neue Jamaika-Regierung ging, sprach man schamlos immer wieder davon, dass der Ausgang der Bundestagswahl bedeute, das Volk habe die Große Koalition abgewählt. Deswegen sah SPD-Vorsitzender Martin Schulz seine Partei in der Opposition, um sich zu reformieren - der Wählerauftrag laute Jamaika, so war sich jeder einig.

Nach dem Scheitern ist man sich nun sicher: Also Jamaika kann der Wählerauftrag nicht gewesen sein! Dafür war man zu verschieden. Die GroKo war doch der Wählerwille zur Regierungsbildung, so die allseits anerkannte Interpretation!

Was für eine Farce! Die FAZ ist sich sicher: "Der Wähler selbst hat, wenn es so kommt, dabei nichts mehr zu melden. Er bekommt dafür aber die Rechnung, und die wird teuer."

Eigentlich schade, dass die Bürger und Wähler in einem demokratischen Land nicht selbst sagen und entscheiden dürfen, was ihr eigentlicher Wille ist, was ihnen selbst wichtig ist und wie sie leben möchten. Das dürfen sie lediglich alle paar Jahre mal mit Hilfe eines nichtsaussagenden Kreuzes auf einem Wahlzettel, welches die Politiker dann auch noch in ihrem eigenen Sinne und im Sinne ihres Machterhalts interpretieren und nicht im Sinne des Wohls ihrer Bürger. Die Bürger müssen nach ihrem Kreuz schauen, was die Politiker sich so für sie ausdenken. Und das wird auch erst mal so bleiben bei der jetzigen repräsentativen Demokratie in Deutschland...