Die Sorge vor einer Eskalation steigt. Das zeigt eine Online-Petition, die die nordkoreanische Regierung auffordert, auf Atomtests während Olympia in Pyeongchang zu verzichten. Durch den Austausch der militärischen Drohungen zwischen den USA und Nordkorea wird die Lage auf der Halbinsel immer bedrohlicher, weswegen die Besorgnis der Menschen wohl nachvollziehbar ist.

Washington baut seine Militärpräsenz in der Region aus und spielt mit seinen Muskeln durch die Militärmanöver mit den Alliierten vor der Nase Pjöngjangs. Darauf reagiert Nordkorea mit Atomtests. Das Weiße Haus fordert, dass das Land sein Atomprogramm sofort abbaut, und erwartet offenbar eine einseitige Kapitulation des nordkoreanischen Regimes.

Statt einen Kompromiss einzugehen, will Trump mehr Waffen an Südkorea und Japan verkaufen, was für neue Spannungen in der Region sorgt und auch Nordkoreas Machthaber provoziert.

Vertrauen gut, Kontrolle besser?

Heute hat sich aber eine historische Wende abgezeichnet, da die hochrangigen Delegationen der beiden Koreas zu direkten Gesprächen zusammengekommen sind. Möglicherweise dürfte es ein erster Schritt auf einem langen Weg zur Beilegung des Konfliktes sein. Was wird der zweite Schritt? Die Beteiligung der nordkoreanischen Athleten an den Winterspielen und vertrauensbildende Maßnahmen, dann könnte eine endgültige Aufgabe des Atomprogramms diese Geschichte vollenden.

Wenn man sich in die Lage von Kim Jong Un versetzt, sieht alles nicht so eindeutig aus. Natürlich kann das Kim-Regime dem Druck der Nachbarn nachgeben und das Atomprogramm wirklich abbauen.

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Man könnte aber keine Garantie dafür abgeben, dass die USA am nächsten Tag keinen Angriff auf Nordkorea starten. Unter verschiedenen Vorwänden hat die US-Luftwaffe Syrien, Libyen, Irak und Jugoslawien bombardiert. Wenn Slobodan Milošević oder Saddam Hussein Atomwaffen gehabt hätten, wären sie jetzt noch am Leben gewesen.

Der Cowboy und der Colt

Nordkoreas Machthaber kennt die US-Außenpolitik sehr gut, der Cowboy wird zu einem Diplomaten, aber nur wenn sein Gegner einen Colt in der Tasche hat. Es scheint, dass das Atomwaffenprogramm die einzige Garantie des Lebens für Kim Jong Un sein könnte. Der unbestreitbare Erfolg seines Atomprogramms ermöglicht dem nordkoreanischen Machthaber mit den Nachbarn aus der Position der Stärke zu verhandeln. Dies und auch sein Durchbruch bei den Verhandlungen mit Südkorea schädigt das US-Ansehen heftig und demonstriert, dass die US-Außenpolitik ineffektiv und riskant ist.