Aller Anfang ist schwer. Jeder Autor hat seine individuellen Probleme, die den Weg zum fertigen Werk erschweren. In welcher Reihenfolge oder ob man überhaupt die Elemente einer Geschichte durchplant, dafür hat jeder seine eigene Methode. Wenn es dann allerdings ans Schreiben geht, tauchen ganz andere Hindernisse auf, denn das gedankliche Ausreifen der Idee ist tatsächlich nur das Warm-up. Dann kommt der eigentliche Anfang ins Spiel.

Der Anfang

Gerade der Anfang einer Geschichte ist ausschlaggebend. Das ist allgemein bekannt und auch logisch. Der Anfang einer Geschichte ähnelt einem Bewerbungsgespräch: Der erste Eindruck zählt.

Gefällt dem Leser nicht, was er sieht, dann kann der Rest noch so gut sein, er wird es wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen. Deswegen sollte man sich gut überlegen, wie man beginnen will. Auf keinen Fall darf man mit Klischees um sich werfen oder den Leser langweilen – Stattdessen muss er in Erwartung versetzt werden. Wenige wird es interessieren, wie der Hauptcharakter morgens aus den Federn kommt, sich die Zähne putzt und zur Schule spaziert. Ein guter Anfang ist der Punkt in der Geschichte, der alles lostritt und wo das Abenteuer beginnt. Das muss nicht unbedingt eine actiongeladene Szene werden.

Ein erster Satz

Der erste Satz bringt alles ins Rollen. Er muss gut gewählt sein und neugierig machen. Dabei kann man mit allem Möglichen anfangen, solange es essentiell für den tatsächlichen Handlungsverlauf und interessant genug ist, um den Leser zu fesseln.

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Kurz gesagt: Besser nicht über das Wetter erzählen. Man siehe nur einmal in die eigenen Bücher daheim und schlage die erste Seite auf: Die unterschiedlichsten Sätze werden einem begegnen. Allein diese können inspirieren.

Wie aber jetzt anfangen?

Der Dialog ist einer von vielen Wegen, eine Geschichte zu beginnen. Er wirft einen direkt ins kalte Wasser. Kaum fängt man zu lesen an, befindet man sich mitten in der Handlung. Nicht schlecht, oder? Doch dabei ist es wichtig, auf den Sinn des Gesprächs zu achten und stets zu wissen, wohin es führen soll. Auf keinen Fall darf man ins Schwafeln geraten. Am besten schreibt man ihn einmal ganz ohne Nebensätze, um zu sehen, ob er funktioniert. Eine weitere Beginn-Methode, wenn man sich gegen äußere Handlung entscheidet, ist die Beschreibung von Personen oder relevanten Schauplätzen/Objekten. Aber auch dabei muss man als Autor Acht geben, nicht langweilig zu klingen. Schafft man es allerdings, den Leser damit in seine Welt zu verwickeln, dann hat man sein Ziel erreicht. Wichtig ist unter allen Umständen, ständig und überall benutzte Vergleiche oder Wörter aus seinem Vokabular zu streichen: „Augen so blau wie der Himmel“ begeistert wohl kaum jemanden mehr. Wie wäre es stattdessen mit „Augen, fliedern wie die Herbstzeitlose“?