Als J. J. Abrams im Jahre 2008 "Cloverfield" auf die Leinwand brachte, war der Film wegweisend für das Genre. Mit einer Handkamera hielten New Yorker die fiktive Flucht vor einem Monster in Manhattan fest. Die Tricks waren atemberaubend, die Story genial und die Schockeffekte passend. Erst acht Jahre später produzierte J. J. Abrams mit "10 Cloverfield Lane" die Fortsetzung mit John Goodman. Monster sieht man so gut wie kaum in diesem Kammerspiel. Dafür besticht der Film durch beklemmende Atmosphäre und eben einen grandiosen Goodman.

Netflix entschied sich die Kultreihe fortzusetzen und konnte auch wieder den Produzenten J. J. Abrams dafür gewinnen. Was der allerdings mit dem dritten Teil machte, lässt jedem Sci-Fi- und Monsterfreak die Flucht ergreifen.

Ein schrulliger Weltraum-Murks ist das Ergebnis.

Ab 21 Uhr ist's zappenduster

Dabei war die Idee des Films alles andere als schlecht. Die Welt in naher Zukunft befindet sich in einer Energiekrise. Ressourcen sind aufgebraucht, Kriege um die wenigen Bodenschätze beherrschen die Menschheit. Um 21 Uhr werden alle Beleuchtungen in der Stadt abgeschaltet, um Energie zu sparen. Was für ein guter Anfang. Auch Szenenbilder wie ein Autostau mitten in der Stadt, wo nur noch die Fahrzeuge Licht anhaben, wirken wie ein realistisches Szenario. Doch da endet auch schon der Grusel. J. J. Abrams verlegt die gesamte Handlung nach zehn Minuten fast ausschließlich in sein Raumschiff, welches die Welt retten soll. Wir wollen gar nicht zu wissenschaftlich werden. Kurzfassung: Irgendwelche Brennstäbe müssen gezündet werden, damit die Erde wieder Saft hat.

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Drei Dimensionen verwirren nur

Doch als bei der zweiten Zündung plötzlich die Erde weg war, dachte die Mannschaft des Raumschiffs, sie hätten unseren Planeten weggepufft. Schon hier wird klar, das Drehbuch kann nur noch besser werden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Der Film verrennt sich in ein unglaubliches Durcheinander. Die Erde, so erfahren wir, ist auf der anderen Seite der Sonne, weil eine Dimension auf die aktuelle Dimension gestoßen ist. Häh?! Wenn, ja wenn da nicht noch eine dritte Dimension wäre. Wie jetzt?! Das führt nun dazu, dass die Mannschaft im Raumschiff mehrere Zeiten durchlebt. J. J. Abrams bemüht sich um ein Weltraum-Abenteuer, verwirrt aber den Zuschauer nach 60 Minuten im letzten Drittel des Films so sehr, dass der gar nicht mehr bis zum Ende durchhalten kann. Auch Daniel Brühl wirkt als Physiker "Schmidt" völlig blass und ist weit unter seinen Stärken. Fazit: Möge der bereits angekündigte vierte Teil den aktuellen Fehltritt schnell vergessen machen. Teil 3 ist nur was für ganz harte, wirklich ganz harte Sci-Fi Fans.

"The Cloverfield Paradox" - ab sofort auf Netflix; Freigegeben ab 16 Jahren.