US-Prediger gestorben

Der wortgewandte und charismatische evangelikale Pastor Billy Graham aus den Vereinigten Staaten ist am 21. Februar 2018 im Alter von 99 Jahren in seinem Haus in Montreat, North Carolina verstorben. Mit 16 Jahren hatte er nach eigenen Aussagen ein religiöses Erweckungserlebnis, womit für ihn schon früh fest stand, in welche Richtung er sich beruflich orientieren wollte. So wurde er nach einem Bibelstudium Baptistenprediger. Das war ihm irgendwann nicht mehr genug. Er wollte mehr. Es war das große Publikum, das ihn anzog. Die Massen sollten erreicht werden. Damit begann seine Karriere als Prediger auf Massenveranstaltungen.

International bekam er dann schnell durch seine „Kreuzzüge“, in denen er das Evangelium verkündete, einen hohen Bekanntheitsgrad. Im Laufe seines Lebens, verfasste er etliche Bücher und Schriften. Bis zum Schluss soll er im Besitz eines klaren Geistes gewesen sein.

Die Wirtschaft

Er gehörte zu den einflussreichsten Predigern in der evangelikalen Kirchenwelt. Wenn einer die Gabe hatte mit Worten verführen zu können, so war es Billy Graham. Er brachte Massenveranstaltungen zum Toben. Als sogenannte Rampensau war ihm keine Bühne zu groß. Weiter, höher, schneller war sein Motto, wenn es um die religiöse Verbreitung der Bibel ging. Dafür nutzte er auch gerne die Medien und scheute keinen Fernseh- oder Radioauftritt. Sein Jahreseinkommen wurde auf zehn Millionen Dollar geschätzt.

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Alleine vor über zehn Jahren erwirtschaftete seine Gesellschaft Billy Graham Evangelistic Association (BGEA) mit dem Vertrieb von Büchern, Magazinen, DVDs und CDs einen Jahresumsatz von 115,6 Millionen Dollar, was ihm ein Reinvermögen von 384,4 Millionen Dollar generierte. Und das war im Jahr 2004! Dieses Vermögen wird sich bis jetzt nicht verkleinert haben. Mit seiner Gabe zum wirtschaftlichen Erfolg und als exzellenter Marketing- und Vertriebsstratege, wäre er wohl auch mit einem beliebigen anderen Produkt zum Multimillionär geworden.

Die Politik

Als "Präsidenten-Flüsterer" war er bei vier US-Präsidenten beliebt, mit denen er gerne gemeinsam im Gebet versank und beratend weiterhalf. Auch ließ er sich gerne für deren Politik einspannen. Während des Vietnamkrieges reiste der evangelikale Prediger persönlich zu Weihnachten 1966, 1967 und 1968 nach Vietnam, um die US-Soldaten zum Weiterkämpfen zu ermutigen.

Vielleicht muss man nur wie er Kriegsbefürworter, Homophob und Kapitalist sein, um den Nerv der Zeit in den Vereinigten Staaten zu treffen, damit einem die Schafe nachlaufen.