Über was ärgert man sich in Deutschland am liebsten? Vermutlich über die Rundfunkgebühr (GEZ), die Benzinpreise und die #Kirchensteuer. Wobei wir als Kirche die Kirchensteuer am verstörendsten finden. Denn die Kirchensteuer ist aus unserer Sicht eine Sünde.

Die Kirchensteuer als Sünde

Denn die Bibel mahnt uns Christen zur Trennung von Staat und Religion sowie zur Trennung von Religion und Finanziellem. Warum wohl hat Jesus die Händler aus dem Tempel gejagt? Nur weil er einen schlechten Tag hatte? Seine mehr als klare Botschaft kam bis heute bei vielen nicht an. Zur Trennung von Staat und Religion gibt es mehrere Bibelstellen, die wichtigste ist Matthäus 22:21-22, weil dort Jesus Christus und damit Gott selbst mit heiligem Ernst die Richtung weist:

“So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon.”

Nun, wundern tun "sie” sich noch heute.

Aber glauben wollen “sie” es nicht. Dies, obwohl sich Kirchen weltweit entweder durch direkte Beiträge finanzieren, über Spenden oder komplett als Freiwilligenveranstaltung konstruiert sind. Wir, zum Beispiel, nehmen weder Beiträge noch Spenden an, sondern setzen auf das Prinzip der Graswurzelkirche. Damit sind wir inzwischen bei 1,5 Millionen Gläubigen in 81 Ländern, organisiert in Hauskreisen und Bibelgruppen. Im Bereich Social Media ist unsere internationale Mutterkirche sogar nur eine Million Follower hinter dem Vatikan, was die Zahl der Follower angeht. Es klappt also, auch ohne Geldströme oder Geschäfte.

Kungelei und ein komplexes System

In Deutschland sorgen die Kirchensteuer und weitere Leistungen des Staates sowie sonstige Fördergelder für die Finanzierung der zwei “großen” Kirchen.

Top Videos des Tages

In 2015 halte die Katholische Kirche Freude an rund 6 Milliarden Euro Kirchensteuer, die Evangelische Kirche (EKD) wurde mit rund 5,4 Milliarden Euro beglückt. Weitere Staatsleistungen und zahlreiche zweckgebundene Geldtransfers zu den beiden großen Kirchen lagen 2012 bei gut 460 Millionen Euro. Das ist ordentlich viel Geld. “What would Jesus say?” sagt man in solch einem Fall in Amerika.

Was würde Jesus sagen

Vermutlich wäre der Rebell Jesus Christus nicht besonders angetan von der Kirchensteuer. Vor allem, weil es Alternativen gibt. Ganz besonders unchristlich ist jedoch, dass in Deutschland als #Christ nur jener gilt, der Kirchensteuer bezahlt. Etwas Unbiblischeres gibt es kaum! Christ ist, wer getauft ist! Eine andere Regel gibt es nicht und darf es biblisch auch gar nicht geben! Ein “Austritt” ist eine Frage des Herzens und nicht eines Steuerformulars. Wer “#ausgetreten” ist, aber getauft ist und weiter glaubt, ist natürlich weiterhin ein vollwertiger Christ! Die beiden “großen” Kirchen sollten sich schämen, die Heilige Schrift dermaßen zu missachten. Aus Habgier? Bequemlichkeit? Auf jeden Fall nicht aus lauteren Gründen. Es ist erschütternd.

Von Kevin Frank, Global Missionary Center Boston für die Freikirche Deutschland.