"Day of the Dead Bloodline" ist ein Remake vom Remake. Bereits zum dritten Mal wird der eigentlich mäßig erfolgreiche Streifen aus den 80ern neu aufgelegt. Diesmal von Netflix. Und tatsächlich ist dem Streamingdienst ein richtig guter Zombiefilm gelungen. Das Genre ist überschwemmt mit billigsten Direct-to-Video Produktionen. Dem Zombieliebhaber fällt es seit Jahren schwer, überhaupt noch Perlen zu entdecken. "Day of the Dead Bloodline" macht da zunächst alles richtig. Die Epidemie startet unmittelbar in den ersten Minuten des Films. Mit viel Liebe haben die Macher an handgemachten Tricks gearbeitet und verzichten weitgehend auf Computeranimationen.

Milchbubis als harte Soldaten

Die Seuche bricht auf einer Studentenparty unter einem Medizinlabor aus. Hier spritzt das Blut, hier sind die Zombies richtig gefräßig und fackeln nicht lange. Mit wenig Budget sowas auf die Beine zustellen - beeindruckend! Das Zombieherz schlägt höher. Und doch verrennt sich der Film bereits nach 10 Minuten in erbärmliche Klischees. Denn nach dem Ausbruch der Seuche macht der Horror einen Sprung von fünf Jahren und spielt nun in den Bergen, in einem vom Militär abgeriegelten Flüchtlingscamp. Da trieft nur so der Hollywood Pathos. Das könnte man noch ertragen, wenn da nicht reihenweise urkomische Fehler in der Requisite gemacht wurden. Die Notunterkünfte bestehen aus topmodernen und sauberen Zelten. Das Labor ist mit Laserdruckern, modernsten Geräten ausgestattet.

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Der Cast ist die reinste Katastrophe: Junge Soldaten wirken eher wie Models aus dem Katalog, ihre Uniformen sind nie abgenutzt. Die Frisuren sitzen immer perfekt, der Bart stets penibel gepflegt. Ein Milchbubi hat das Sagen und mimt den ganz harten Big Boss. Das ist einfach nur ungewollt lustig. Fünf Jahre nach der Apokalypse wirken in dem Film wie ein 5-Sterne Campingurlaub für Richkids - alles schön sauber und gemütlich. Immerhin sorgt der Film für einige deftige Schreckmomente.

Fazit: Effekte stark, sonst schwach

"Day of the Dead Bloodline" ist ein knallharter Splatterfilm, der zwischen gut gemachten Beißszenen mit unerträglichen Dialogen und einem noch grauenvolleren Cast die Story leider wenig gruslig erscheinen lässt. Dass im Labor ausgerechnet noch eine Steinwand mit Fesseln eingebaut wurde ist nun echt der Gipfel aller Absurditäten. Ebenso dämlich ist die überdrehte Liebesgeschichte eines psychisch gestörten Zombies. Der Film ist dennoch sehenswert, weil er mit viel Liebe zum Detail bei den Special-Effekts wirklich alles richtig gemacht hat. Fand auch die FSK und verpasste dem Film wegen der teilweise drastischen Effekte in Deutschland keine Jugendfreigabe. Der Film kommt zwar nicht an würdige Vorgänger wie "Dawn of the Dead" heran, dürfte aber für garantiert blutige Unterhaltung beim Horrorfreak sorgen.

Netflix "Day of the Dead Bloodline" , ab sofort auf Netflix / Freigegeben in Deutschland ab 18 Jahren, Jugendschutzsperre tagsüber vorgeschaltet.