Der Anfang dieses Konfliktes

Es fing vor ungefähr ein bis zwei Monaten an: Die BILD-Zeitung sowie der Fernsehsender RTL kritisieren die Düsseldorfer Rapper Kollegah und Farid Bang für ihr neuestes Kollabo-Album JBG 3. Sie sind der Meinung, Kollegah und Farid Bang hätten eine antisemitische Einstellung und würden vielen jungen Menschen Hass gegenüber Juden, Gewalt, und Drogen näher bringen. Dazu haben sie auch "Beweise" aufgeführt, nämlich mehrere Textausschnitte, auf die die oben genannten Punkte tatsächlich zutreffen, aber auch nur, wenn man sich mit den beiden Künstlern kaum auseinandergesetzt hat.

In der Tat, für eine Person, der die Personalie Kollegah bzw. Farid Bang nichts sagt, klingen diese Texte erstmal ziemlich gewaltverherrlichend, frauenfeindlich, etc. Den Fans der Rapper ist es aber bewusst, dass diese Texte nur Satire, Überspitzung oder schwarzen Humor beinhalten, und somit nicht die wahre Meinung des jeweiligen Künstlers widerspiegelt.

Auf den ersten Blick wirken Zeilen wie: "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" (Track: 0815), oder "Sieh wie der Bosscock deine Tochter zur Frau macht, in Clips die sie in zwei Jahren erst offiziell schauen darf" (Track: 0815) recht grotesk und unerhört, doch diese "asoziale" Art ist nur eine Art Stilmittel der beiden Rapper, und entspricht, wie schon gesagt, nicht der realen Einstellung von Kollegah und Farid Bang. Die BILD nutzte dies jedoch um die beiden Künstler in einem negativen Licht da stehen zu lassen, indem sie Kollegah und Farid Bang als antisemitisch, frauenfeindlich und gewaltverherrlichend beschrieben. Die beiden Düsseldorfer reagierten sofort indem sie einige Sachen klar stellten und ihre Fans aufforderten die Social-Media-Kanäle der BILD, sowie von RTL zu stürmen und ordentlich mit Nachrichten zu bombardieren, als ein Zeichen gegen Fake-News und Zensur.

Der Höhepunkt des Konflikts, die Echo-Verleihung

Zum Zeitpunkt des Konflikts war der Echo nur wenige Wochen entfernt, und die BILD fragte die Veranstalter des Echos ob sie denn nicht vorhatten, Kollegah und Farid Bang die Nominierung abzunehmen, aufgrund der Skandale um ihr Album, mit dem sie auch beim Echo nominiert waren.

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Die Veranstalter verneinten die Frage, da sie der Meinung waren, Kollegah und Farid Bang würden den Raum der künstlerischen Freiheit nicht verlassen und die Vorwürfe gegen die beiden nicht legitim seien. Diese Stellungnahme sorgte für offene Münder und Empörung in den Mainstream-Medien, und für Jubel und Lob im Rap-Genre. Sowohl Rapper als auch Fans waren sehr froh über diese Entscheidung, da sie zeigte, dass die Echo-Veranstalter wahre Stärke bewiesen und sich nicht von den großen Medien beeinflussen lassen haben. Auf der anderen Seite des Spektrums war man jedoch fassungslos, dass der Echo die beiden Rapper trotzdessen nicht von der Echo-Verleihung verbannte. Als später Kollegah und Farid Bang den Echo letztendlich gewonnen haben, war der Jubel groß und übertönte das Meckern der Mainstream-Medien.

Rap hält zusammen!

Es folgte ein weiterer Skandal: Einige Gewinner des Echos, in anderen Kategorien, gaben ihren Preis zurück, da sie über die Entscheidung, den Rappern Kollegah und Farid Bang einen Echo zu verleihen, nicht unterstützen wollten.

Jedoch war das Highlight des Abends die Rede von Campino. Dieser stellte sich nämlich auf die Bühne um gegen Kollegah und Farid Bang zu wittern. Jedoch ging der Versuch nach hinten los, da Campino während der Rede arg zitterte, und sowieso gar nicht ernst genommen wurde. Auch andere Promis, z.B. Robert Geiss oder Abgeordnete der AfD meldeten sich zu Wort. Robert Geiss beschwerte sich maßlos über die Echo-Verleihung, und die AfD forderte sogar die Abschiebung des Rappers Farid Bang! Jedoch zeigte das Rap-Game mal wieder wahre Stärke: Viele Rapperkollegen der beiden JBG 3-Künstler, unter anderem Summer Cem und Capital Bra sprachen sich für Kollegah und Farid Bang aus. Sogar viele Rapper die mit den beiden Düsseldorfern verfeindet sind, stärkten den beiden den Rücken. So wetterten Bushido, Sido und auch Sun Diego gegen die Mainstream-Medien und nahmen Kollegah und Farid Bang in Schutz, und das obwohl alle drei Künstler mehrfach auf JBG 3 gedisst wurden. Dieses Symbol von Zusammenhalt ist wahrhaftig groß und stark, und man kann froh sein, dass trotz des ganzen Beefs und der Streitereien trotzdem genug Respekt vorhanden ist, um zusammen gegen die Mainstream-Medien zu kämpfen. Man kann jetzt nur hoffen, dass die Mainstream-Medien und Promis, die versucht haben Kollegah und Farid Bang in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, ihre Portion Karma abbekommen. Schön wärs allemal.