Wenn Sky etwas kann, dann sich in höchsten Tönen loben. Sky-Chef Carsten Schmidt bekam sich gestern Abend vor zahlreichen Journalisten in der Konzernzentrale Unterföhrung kaum noch ein. "Einfacher, schneller, besser und schöner" wird alles werden. Anfang Mai startet "Sky Q". Und was da alles mit der Plattform als neu verkauft wird, ließ so manchen Journalisten schmunzeln. So wolle Sky künftig eine Autoplay-Funktion, also das automatische Abspielen von Serien hintereinander, einführen.

Etwas, was Netflix und Amazon schon seit Jahren anbieten. Sky versprach außerdem, dass man mit seinem Account künftig zeitgleich bis zu fünf Geräte nutzen darf (maximal drei TV-Geräte und bis zu zwei Smartphones oder Tablets).

Das hat die Konkurrenz bereits gegen Aufpreis längst im Portfolio.

Vodafone war schon schneller

Man könnte es auch so sagen: Sky versucht endlich den Anschluss nicht länger zu verlieren und nennt sein Rettungsprojekt "Sky Q". Das hat dann auch gleich einige Einschränkungen. Während Mitbewerber mit zahlreichen Herstellern von TV-Geräten zusammenarbeiten, bietet Sky seine "Sky Q"-App nur auf Samsung-Geräten und Apple TV an. Man werde aber weitere Plattformen anstreben. Wann, bleibt offen. Dass Sky auf seinem Receiver in Zukunft unabhängige Mediatheken wie von ARD, ZDF, Netflix oder Vevo anbietet, ist doch längst ein alter Hut. Denn Kunden können mit Vodafone GigaTV (ehemals Kabel Deutschland) bereits zahlreiche Mediatheken mit ihrem UHD-Receiver nutzen. Zudem bleibt Fire TV von Amazon mit seinem umfangreichsten Angebot unschlagbar.

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Doch wieder mehr Service

Sky verkaufte gestern Abend die geplante Überarbeitung seiner Apps ebenfalls als neuesten Schrei. Sky Go Extra (der Download von Inhalten) gäbe es bald kostenlos - bei der Konkurrenz schon lange ohne Mehrkosten. Und das noch: Bisherige Apps sind technisch oft überholt, so dass da zum Beispiel die Neuerung von Sky Ticket mit einem Sky Ticket TV-Stick eher wie eine dringende Lösung erscheint. "Sky Q" soll hier nicht schlecht gemacht werden, aber dass Sky-Chef Carsten Schmidt seine teilweise notwendigen Verbesserungen als eierlegende Wollmilchsau verkaufen möchte, ist schon etwas dreist. Das Medienmagazin dwdl.de begutachtete die übertriebene Präsentation da ebenfalls kritisch. Und das der Sender seinen Kundenservice "noch besser machen möchte", setzt dem Ganzen die Krone auf. Sky fuhr erst Ende 2017 seinen Service runter und schloss die Hotline von 22 Uhr bis 8 Uhr (früher 24 Stunden erreichbar). Das führt in Spitzenzeiten zu katastrophalen Erreichbarkeiten. Bis heute. Nun habe man ein neues Center eröffnet und will "noch besseren" Service anbieten. Das man den vor der Kürzung in 2017 schon hatte, sei hier abschließend noch erwähnt.

Sky Q startet Anfang Mai 2018 in Deutschland. Weitere Informationen auf www.sky.de und bei der Sky-Hotline 01806110000. Die Sky Q App wird über Apple TV sowie auf allen Samsung-TV-Geräten ab Baujahr 2015 im kommenden Monat aufgespielt.