Der große #Datenabgleich des Rundfunkbeitragsservices steht bevor. Am 7. Mai beginnen die Einwohnermeldeämter in Deutschland ihre Meldedatensätze an den Beitragsservice in Köln zu übermitteln, der sie dann mit seinen eigenen Datensätzen abgleicht.

Der Zweck dieser Aktion soll sein, Wohnungen zu finden, die unrechtmäßig noch keinen Beitrag zahlen. Die Kosten für den Datenabgleich schätzt der Beitragsservice auf rund 12 Millionen Euro. Das Resultat kann er hingegen noch nicht abschätzen, da nicht abzusehen ist, wie viele Wohnungen gefunden werden, die zu Unrecht keinen #Rundfunkbeitrag zahlen.

Aber wenn man der öffentlich-rechtliche Rundfunkservice ist, muss man sich um den Sinn von Ausgaben scheinbar keine Gedanken zu machen. Ein Teil der Beitragszahler stellt sich da - nicht zum ersten Mal - die Frage nach dem Sinn der Rundfunkgebühr.

Viele empfinden die Zwangsabgabe als unsozial, nicht mehr zeitgemäß, undemokratisch, verschwenderisch und unverschämt in ihrem Auftreten.

Der Rundfunkbeitrag ist unsozial

Die Beitragsservice hat Millionen Überschüsse, während einige Bürger, die zwar erwerbstätig sind, aber gerade mal am Hartz IV Niveau kratzen, sich die 17,50€ im Monat mühsam abstottern müssen. Nicht anders ergeht es Studenten, die kein BAföG erhalten, sondern sich ihr Studium selber finanzieren müssen. Denn der Beitragsservice führt keine Einkommensprüfungen durch. Nur wer Sozialleistungen [VIDEO] bezieht und eine Befreiung hat, muss den Beitrag nicht entrichten. Menschen, die ohnehin schon jeden Euro zweimal umdrehen müssen, empfinden den monatlichen Rundfunkbeitrag als zusätzliche Belastung. Über den Gegenwert, den sie dafür erhalten, kann man streiten.

Denn die Inhalte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind nicht so vielfältig, wie der Beitragsservice auf seiner Homepage behauptet.

Alle Bürger zahlen für Inhalte, die nur eine begrenzte Zielgruppe ansprechen. Abgesehen von den Nachrichten und einigen Reportagen scheint vor allem das sogenannte Unterhaltungs-Programm von ZDF und ARD vorwiegend auf die Zielgruppe 60+ zugeschnitten zu sein. Serien, wie der Tatort und Polizeiruf 110 versetzen einen Mitte Dreißiger zwar in seine Kindheit zurück, können aber mit Crime Serien wie Navi CIS oder Criminal Minds vom Entertainment Niveau nicht mithalten.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist zu teuer

Die Kosten für eine Tatort Folge gibt der Beitragsservice mit stolzen 1,5 Mio.€ an. Nun mag dieser wöchentliche Krimi-Schinken mit der konsequenten 80er Jahre Aufmachung zwar seine eingeschworene Fangemeinde haben - auch wenn ein Teil davon nur einschaltet, um sich auf Twitter darüber lustig zu machen - aber alle Bürger für diese wenig zeitgemäße Unterhaltung zwangsweise zahlen zu lassen, ist nicht nur undemokratisch, sondern auch unverschämt.

Wie viel günstiger könnte unser Beitrag werden, wenn die altmodische Krimi-Unterhaltung der öffentlich-rechtlichen nicht mehr davon bezahlt werden müsste? Warum gehört Unterhaltung überhaupt zum gesetzlichen Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender? Der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sollte sich auf Nachrichten, Reportagen, und politische Zusammenhänge, über die unabhängig von wirtschaftlichen und politischen Interessen berichtet wird, konzentrieren.

Wir brauchen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der sich auf wichtige Aufgaben für die Gesellschaft fokussiert. Dazu zählen Bildung und Information, Kultur und Sport, aber keine einseitige Unterhaltung, die nur eine begrenzte Zielgruppe anspricht. Außerdem darf dieser Grundanspruch auf Bildung und Information nicht dazu führen, dass Menschen, die ohnehin wenig haben,aber keine staatlichen Leistungen beziehen wollen, noch zusätzlich belastet werden.