Die neue europäische Datenschutzverordnung (DSGVO), die von der Bundesregierung nicht abgemildert wurde, betrifft natürlich auch die Freikirche Deutschland. Denn neben den Hauskirchen und Bibelgruppen ist die Mutterkirche der deutschen Freikirche, die internationale Christian Universal Life Church, eine der fünf mitgliederstärksten Online- und Social Media Kirchen weltweit. Mehr als 1,5 Millionen Follower hat diese neo-apostolische Weltkirche aus den USA, die mit einem zentralen Missionszentrum in den Vereinigten Staaten alle Aktivitäten weltweit koordiniert. In 81 Nationen hat sie zudem Hauskirchen und Ortsgruppen.

Wie früher die TV-Kirchen

Gab es früher die Fernsehpfarrer und TV-Kirchen, so sind es heute Social-Media-Angebote, die Gläubige erreichen, die den Weg zur Kirche nicht auf sich nehmen wollen oder die in einem Land leben, wo physische Kirchen nicht zur Verfügung stehen, manchmal sogar verboten sind - wie in Saudi-Arabien.

Die Freikirche Deutschland hat bis zum 10. Mai 2018 ihren Mitgliedern ermöglicht, diese interaktiven Dienste vollumfänglich zu nutzen. So konnte zum Beispiel Tag und Nacht mit einem Pastor gechattet werden, Predigten gingen als Video oder Lifestream in die Welt, in einer Online-Kapelle konnten sogar Kerzen angezündet werden.

Anders, aber stärker denn je

Diesen Dienst, und wirklich nur diesen Dienst, hat die Freikirche Deutschland ebenso wie ihre Schwesterkirchen in der Europäischen Union vom Global Missionary Center der Mutterkirche in den USA abgeschaltet bekommen. Die Services bestehen für den Rest der Welt weiter, sind jedoch aus den 28 EU-Nationen aufgrund der DSGVO nicht mehr aufrufbar. Als kleine Kompensation hat die Freikirche Deutschland einen Predigtkanal auf SoundCloud erhalten, wo deutsche Christen jederzeit Kurzpredigten (so genannte #GodCasts [VIDEO]) und Botschaften anhören können.

Unter soundcloud.com/freikirche stehen diese zunehmend zur Verfügung.

Normalbetrieb in den Freikirchen

Der Verzicht auf die hochmodernen und sehr bequemen Online-Services ist ärgerlich und absurd zugleich, “dank” einer überzogenen EU-Verordnung. Denn so hat man im Dschungel des Kongo moderneren Zugang zu den Online-Services einer Weltkirche als in Deutschland, während es in der gesamten Europäischen Union eher in Richtung analoge Vergangenheit geht. Doch in den Hauskirchen und Bibelkreisen der kirchensteuerfreien Freikirche Deutschland herrscht Normalbetrieb und so wird es bleiben. [VIDEO] Vielleicht besinnen sich die Politiker in Berlin und mildern manche Regelung doch noch ab, wie in manch anderem EU-Mitgliedsland. Eventuell schaltet die amerikanische Mutterkirche die Social-Media-Dienste dann auch wieder für die Menschen in der EU frei. Wer mehr erfahren will, kann die deutschsprachige Webseite freikirche-deutschland.org besuchen und sich dort informieren.

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Geschrieben im Global Missionary Center Boston von Mitarbeitern des German Department.