Was sind Zölle eigentlich genau?

Zölle sind maßgebliche Instrumente des Protektionismus. Dieser wird maßgeblich von Zöllen und Subventionen bestimmt. Wenn von diesen Bestandteilen gesprochen wird, gilt es, etwaige Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszustellen. Zölle gehören zu tarifären Handelshemmnissen, welche für den Staat ein Mittel zur Einnahmebeschaffung darstellen.

Subventionen gehören zu nichttarifären Handelshemmnissen, die jedoch im Unterschied zu Zöllen finanzielle Zuwendungen vonseiten des Staates darstellen.

Es handelt sich dabei um direkte Geldleistungen bzw. steuerliche Nachlässe, welche bestimmten Unternehmen oder Wirtschaftsbereichen ohne direkte marktwirtschaftliche Gegenleistung gewährt wird.

Auswirkungen von Zöllen & Subventionen

Sowohl Zölle als auch Subventionen sind dem Protektionismus zuzuordnen. Dies liegt daran, dass in beiden Fällen Unternehmen der ausländischen Exportindustrie betroffen sind.

Bei Zöllen sind sie dazu verpflichtet, beim Übergang von Gütern über die Zollgrenze eines Landes Abgaben an den Staat zu entrichten, was einer Kostensteigerung entspricht und somit Ausfuhren erschwert.

Im Falle von Subventionen wird das Marktgeschehen zugunsten subventionierter Unternehmen verzerrt, da diese im direkten Vergleich zu nicht-subventionierten Unternehmen niedrigere Produktionskosten aufweisen und folglich imstande sind, Produkte unter dem Weltmarktpreis herzustellen.

Die EU betreibt keinen fairen Handel

Was diesen Punkt angeht, hat Präsident Trump ausnahmsweise mal Recht.

Bezüglich der EU drängt sich die Frage auf, ob man tatsächlich den freien Handel in vollem Maße unterstützt. Denn entgegen weitestgehend anderslautender Medienberichte entspricht dies nicht der kompletten Wahrheit, was Ökonom Hans Werner Sinn im ZDF (Markus Lanz) eindrucksvoll kundgetan hat:

‚‚Der Vorwurf, den er [Anm. d. Red. Donald Trump, US-Präsident] den Europäern macht, dass sie sich selbst durch Schutzzölle abschotten, der ist sogar richtig. ‘‘

‚‚[…] Es werden 10% Strafzölle auf amerikanische Autos erhoben, und umgekehrt nur 2,5 %. ‘‘

‚‚[…] Die Agrarpreise in Europa liegen wegen der massiven Zölle im Schnitt um etwa 20% über den Weltmarktpreisen. ‘‘

‚‚ […] Die europäischen Bauern schützen sich gegen Importe aus dem Ausland zum Nachteil der deutschen Verbraucher, die entsprechend mehr bezahlen. ‘‘

Lebensstandard in Europa könnte höher sein

Was Herr Sinn hier zum Ausdruck bringt, entspricht den Fakten. Die Zölle für Rindfleisch betragen 69%, für Schweinefleisch mit 26%. Wenn es einen zollfreien Austausch gäbe, würden die Verbraucher ihren Lebensstandard deutlich erhöhen können. Regulierungen bei diversen Produkten wie der ‚‚krummen Banane‘‘ tragen ebenfalls dazu bei, den EU-Binnenmarkt von Importen abzuschotten und die Verbraucher dazu zu zwingen, europäische Güter zu kaufen.