Als deutsche Sektion einer internationalen Freikirche hat man einen guten Überblick hinsichtlich dessen, was weltweit vor sich geht. Denn unser Global Missionary Center in Boston (U.S.A.) muss alle Gesetze aller Länder, in denen wir aktiv sind, im Auge behalten. Das waren bis kürzlich alle Nationen mit Internet, außer Nordkorea. Jetzt trifft es auch die EU, aber dazu gleich mehr. Physisch sind wir derzeit in 81 Ländern mit Hauskreisen und Bibelgruppen. Auch hier müssen lokale Gesetze strikt beachtet werden. Daraus ergibt sich logisch, dass unser Global Missionary Center auf die Hilfe von kirchentreuen Anwälten zurückgreift, die uns pro bono (also ehrenamtlich) unterstützen.

Und jetzt das: in der EU müssen wir auf Wunsch unserer Rechtsberater zurück in die 1980er. Was also ist passiert?

EU und Nordkorea Geschwister im Geiste?!

Mit der noblen Absicht, den Datenschutz in der Europäischen Union zu stärken, hat die EU ein Gesetzesmonster erschaffen, die so genannte DSGVO. Nun ist gut gemeint nicht immer gut gemacht, und die DSGVO ist dafür ein krasses Beispiel. Denn statt die großen Unternehmen mal ordentlich datenschtzrechtlich an die Leine zu nehmen, wurden Regeln erschaffen, die vor allem Mittelständler und Non-Profit-Organisationen treffen. Googeln Sie nur einmal “DSGVO” und “Hochzeitsfotografie” zusammen, dann sehen Sie schon den Beginn des Grauens für Ihren Alltag.

Nicht Orwell, einfach schlecht gemacht!

Denn nach aktueller Lage gilt in der EU ab 24.

Mai 2018 schon als dokumentationspflichtige Datenerhebung, wenn Sie ein Foto mit einer Handykamera aufnehmen, eine Webseite aufrufen oder eine Firma bzw. Organisation anrufen. Das ist natürlich Wahnsinn. Doch allen “Orwell, Orwell” Schreiern sei zugerufen: nein, das ist nicht Orwells “1984”, sondern einfach nur ein gut gemeintes aber handwerklich furchtbar gemachtes Gesetz, das den EU-Nationen mehr schaden wird als viele erahnen. Wenn z.B. Ihr Wellness-Masseur eine umfassende Datenschutzdokumentation bezüglich Ihrer Kundenakte führen muss, dann bindet das nicht nur unfassbar viel vergeudete Arbeitszeit, sondern ist nichts als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bisher ungeahnten Ausmaßes für abmahnfreudige Anwälte.

Die Konsequenzen sind hart - für Sie!

Natürlich hat sich auch das Global Missionary Center der Christian Universal Life Church mit der Frage beschäftigt: was müssen wir tun, um der DSGVO in allen EU-Staaten gerecht zu werden. Es versteht sich von selbst, dass die Daten unserer Besucher und Gläubigen bei uns sicher sind und wir alle Gesetze einhalten.

Doch die neue EU-Verordnung ist derart extrem, dass wir nur zwei Möglichkeiten sahen:

1) Entweder unendlich viel wertvolle Kraft, Ressourcen und Zeit in diesen EU-Amtsschimmel zu investieren, oder...

2) uns digital aus der EU zurückzuziehen.

Wir haben uns für Variante zwei entschieden. Selbstverständlich sind unsere Hauskreise und Bibelgruppen in der EU weiterhin aktiv, aber es werden gut 90% unserer Online-Services für EU-Bürger radikal gesperrt. Das bedeutet u.a., man kann sie nicht einmal mehr aus der EU heraus aufrufen. Alle unsere Sektionen in Ländern der Europäischen Union werden damit auf den technischen Stand von 1984 zurückgeworfen. So hat sich Orwell sein 1984 nicht vorgestellt, aber es ist nicht minder schlimm.

Leise verarmen Sie...

Denn viele andere nichtkommerzielle Organisationen oder kleine Unternehmen ziehen sich ebenfalls digital - oder sogar komplett - nach dem 24. Mai aus der EU zurück. Diese haben meist weder das Know-how noch die Infrastruktur Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf einem Weg wie diesem zu informieren. Diese Organisationen und Unternehmen werden still und leise verschwinden, ihre Onlinedienste für die EU abschalten und die Bürokratie in Brüssel sich selbst überlassen. Für Sie als EU-Bürger bedeutet dies eine schleichende Verarmung an Auswahl, doch man wird Ihnen in den Nachrichten etwas von verbessertem Datenschutz dank der EU erzählen. Unsinn ist das, rein faktisch betrachtet.

Fast schon witzig. Aber nur fast.

Man könnte es für Satire halten, ist es aber nicht. Wenn Sie künftig eine unserer Hauskirchen anrufen wollen, dann nehmen wir den Anruf nur an, wenn Sie Ihre Rufnummer unterdrücken oder aus - nicht lachen - einer Telefonzelle anrufen, die ebenfalls keine Rufnummer übermittelt. Denn sonst würden Sie eine dokumentationspflichtige Datenspur hinterlassen. Haben Sie unsere Rufnummern nicht, müssen Sie an das Global Missionary Center postalisch (!) schreiben und dem Schreiben eine handgeschriebene und unterzeichnete Erklärung beifügen, dass Sie mit der Verarbeitung Ihrer Daten in den U.S.A. einverstanden sind. Fast schon lustig das Ganze. Aber nur fast.