Bestechung durch Heckler & Koch?

Kriege und bewaffnete Konflikte sind ein weltweit gut gehendes Geschäft und somit ein heiß umkämpfter Markt. Tödliche Grüße aus Deutschland kommen vor allem aus dem Hause des Waffenherstellers [VIDEO] Heckler & Koch. Seit Jahren wird der Fall einer Waffenlieferung nach Mexiko untersucht. Als es um diese Waffenlieferung ging, kamen Vorwürfe wegen Korruption gegen die Rüstungsfirma auf. Im „Report Mainz“, einem ARD-Magazin, wurde von E-Mails des damaligen Geschäftsführers Peter Beyerle berichtet, an dem er offenbar Parteispenden an die CDU und FDP offeriert haben soll, um eine Ausfuhrgenehmigung nach Mexiko zu bekommen.

Dabei sollen 2009 und 2010 jeweils 5000 Euro an zwei Abgeordnete der FDP angeboten und auf das Parteikonto überwiesen worden seien. Eine weitere Überweisung von 10.000 Euro ging angeblich an den CDU-Kreisverband Rottweil. Erstmals wurden die Korruptionsvorwürfe 2011 bekannt, woraufhin im November 2011 die Firmenzentrale von Heckler & Koch untersucht wurde. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart gab bekannt, dass der Fall nun langsam abgeschlossen werden könne, bei dem es um ein Verfahren gegen ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens gehe. Es handele sich um einen „vorsätzlichen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz“. Mittlerweile sind neben Beyerle fünf weitere ehemalige Beschäftigte angeklagt. Es können Haftstrafen bis zu zehn Jahren drohen.

Lieferung nach Mexiko in Krisengebiete

Schon 2013 wurde groß in der Presse darüber berichtet, dass gegen die Auflage der Bundesregierung G36-Gewehre nach Mexiko geliefert worden seien und das verstieße somit gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Heckler & Koch wies die Vorwürfe zurück. Ein ehemaliger Soldat der Bundeswehr mit Scharfschützenausbildung, der seit Jahren in Mexiko lebte, soll den Kontakt zwischen dem Unternehmen und dem mexikanischen Verteidigungsministerium hergestellt haben. Ein Mitarbeiter der Waffenschmiede soll sogar mexikanische Polizisten in den Krisenprovinzen persönlich in die Waffentechnik des G36 eingewiesen haben. Immer wieder tauchen in Krisengebiete G36 Gewehre auf, die nie für diese Regionen eine Erlaubnis zum Export durch die Bundesregierung bekamen. Angeblich sollen, laut dem Unternehmen, zwei Mitarbeiter eigenmächtig und ohne das Wissen der Geschäftsleitung an diesem Mexiko-Geschäft beteiligt sein. Die beiden beschuldigten Mitarbeiter nahmen die Kündigung nicht an und klagten dagegen. Darunter ist der Vertriebsleiter für Mexiko, der bei der Vernehmung angab, die Geschäftsleitung über jeden Schritt des Exportes per E-Mail informiert zu haben.

In Oberndorf ist die Waffenherstellung Tradition

Oberndorf, eine kleine Stadt mit 14.000 Einwohnern, liegt zwischen dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alm.

Sie blickt auf eine lange Geschichte und Tradition der Waffenproduktion zurück. Im Jahr 1812 entstand in Oberndorf die Königlich Württembergische Gewehrfabrik. Später gründeten die Brüder Wilhelm und Paul Mauser dort eine Kleinwaffenfabrik, die bald die Werkstätten des Königs kauften. Durch den Wachstum der Fabrik, wuchs auch Oberndorf. Das Modell „Mauser Modell 98“ war damals das bekannteste Gewehr und wurde zur Standardwaffe der Wehrmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten ehemalige Ingenieure der Mauser-Fabrik das Unternehmen Heckler & Koch. Im Unternehmen Heckler & Koch arbeiten heute etwa 640 Angestellte. Im letzten Jahr wurden 80 Prozent des Umsatzes durch den Export erwirtschaftet.