Nach den gestrigen Bildern von Özil und Gündogan war jeder sehr gespannt, ob sie von Joachim Löw nominiert werden oder nicht. In den Medien herrscht eine klare Meinung. Nämlich, es wäre unverantwortlich sie mitzunehmen. Viele Fußballfans sind voller Enttäuschung nach dem Treffen der beiden deutschen Fußballer mit dem türkischen Präsidenten Erdogan in London.

Oliver Bierhoff relativiert die Ereignisse

Ahnen konnte man schon, was Löw anschließend sagen würde, nachdem man sich die Anmerkungen zum Skandalthema Özil-Gündogan angehört hatte.

Bierhoff hat die Lage komplett relativiert und die Reaktionen der Fans für übertrieben gehalten. Dieses Statement ließ vermuten, dass Löw mit hoher Wahrscheinlichkeit Özil und Gündogan mitnehmen würde.

Schließlich wurde das Thema mit Sicherheit vor der Pressekonferenz besprochen.

Man darf sich ohne Konsequenzen alles erlauben

Nun präsentierte Löw die Nominierten für die Russland WM 2018 [VIDEO] mit Özil und Gündogan als Teil der Mannschaft. Das Signal, das mit Löws Entscheidung gesandt wurde ist, dass man sich eigentlich alles erlauben kann, ohne, dass man mit Konsequenzen rechnen muss. Löw muss davon überzeugt sein, dass ohne beide Fußballer der deutsche Kader nicht weit kommen würde. Da werden sicherlich viele anderer Meinung sein, denn an Talenten fehlt es zur Zeit in Deutschland nicht.

Brennen Özil und Gündogan für die deutschen Farben?

Vieles haben die Fußballfans akzeptiert. Schon bei der Tatsache, dass die deutsche Nationalhymne weder von Gündogan noch von Özil niemals mitgesungen wurde, hat man weggeschaut.

Das wäre zwar in anderen Ländern inakzeptabel aber wir Deutschen, mit unserer Vergangenheit, haben schon ein etwas spezielles Verhältnis zu patriotischen Symbolen und haben es nicht so übel genommen. Auch wenn immer wieder in den Medien Kritik geübt wurde. Etwas kritischer wurde es dann bei jedem Spiel gegen die Türkei. Sie waren nicht in der Lage bei Toren gegen die Türkei zu jubeln. "Es sei aus Respekt", hieß es. Es scheint jetzt die Krönung zu sein, dass nach einem Auftritt mit dem türkischen Präsidenten Erdogan keine Konsequenzen gezogen wurden.

Zwei Spieler, die Erdogan als ihren Präsidenten sehen. Zwei Spieler, die in der Vergangenheit nie gesagt haben: "Angela Merkel ist meine Kanzlerin". oder ähnliches. Zwei Spieler, die jetzt sagen, sie wollten mit dem Treffen niemanden ärgern. Direkt zum Thema Özil-Gündogan sagte Löw, dass in der Diskussion über den Kader der Fall thematisiert wurde. „Es war keine glückliche Aktion“ sagte Löw. Und, dass Menschen mit Migrationshintergrund, in deren Brust manchmal zwei Herzen schlagen, es schwer haben würden. Sie hätten bedauert, dass es Irritationen gegeben habe. Das hat Löw offensichtlich gereicht als „Entschuldigung“. Weitere Fragen über das Thema Özil-Gündogan hat Löw kaum kommentiert.

Viele Fans rufen zum Boykott der WM auf. Klar steht, dass dieses Thema noch bis zur WM18 für viel Diskussionsstoff sorgen wird.