Sky Deutschland hat es vorgemacht, dass Extra-Gebühren [VIDEO] profitabel sind. Dabei geht es nicht mal um die Aktivierungsgebühr. Dieser Betrag - auch gern Anschlussgebühr genannt - wird häufig von Kabelanbietern oder Telefongesellschaften erhoben. Interessant aber der Erfindungsreichtum bei Änderungen zum Vertrag. Sky lässt sich seit Jahren eine Verlängerung [VIDEO], also wenn der Kunde seine Kündigung zurück nimmt, entlohnen - in der Regel zwischen 19,90 und 29,90 Euro.

Die Empfangsart zu wechseln, kostet bei Sky 19,90 Euro; auch wenn die Hotline nur eine Smartcard-Nummer ändert.

Wer mehr zahlt, zahlt noch extra

Vodafone schien von dieser Einnahmequelle offenbar entzückt zu sein und führte bereits im April 2018 Gebühren für seine Bestandskunden ein.

Diese sind teilweise so dreist, dass einem fast der Atem stockt. Beispiel Aktivierung eines Upgrade! Lassen Sie es sich bitte auf der Zunge zergehen, liebe Leser: Sie möchten Vodafone Kabel mehr Geld monatlich zahlen und bestellen auf einer bestehenden(!) Smartcard ein Premium Abo (also zusätzliche PayTV-Sender). Dafür müssen Sie monatlich nicht nur mehr bezahlen, sondern auch einmalig in Zahlung gehen. 14,99 Euro will Vodafone für die Aktivierung eines Upgrades haben. Warten Sie mal ab, kommt noch besser...

Mitarbeiter bieten Gutschrift an

Vodafone lässt sich einen Zweit- oder sogar Drittvertrag - also wenn Sie dem Unternehmen neue Verträge bescheren - ebenfalls fürstlich je Vertrag bezahlen. Neben der Gebühr möchte Vodafone 29,99 Euro haben, wenn man Ihnen eine Smartcard zuschickt und 49,99 Euro für einen Receiver.

Wohlgemerkt, zahlen Sie den Receiver monatlich auch noch mit 5,00 Euro extra, ein CI+ Modul mit 3 Euro Miete pro Monat (Quelle: Preisliste Vodafone Kabel Stand 05/2018). Wir erhalten von einem Leser zum Nachweis eine Auftragsbestätigung und können die Gebühren hiermit bestätigen. Bei der Hotline von Vodafone Kabel fragen wir deshalb nach. Vodafone räumt ein, dass die Bestellung von Premium und/oder mit Premium Plus HD zusätzlich 14,99 Euro einmalig kostet. Die Mitarbeiter können aber die Gebühr gutschreiben.

Pro Agent gibt es 10 € Kulanz

Das tat Vodafone Kabel auch ohne zu Murren. Problem: Jeder Callcenter Agent hat "nur" 10 Euro Kulanzrahmen. Höhere Beträge muss laut Agent am Telefon ein Teamleiter genehmigen. Wenn man aber ein zweites Mal anruft, erhält man noch mal die 4,99 Euro (in unserem Fall runde 5,00 EUR) erstattet. Tipp: Vor der Bestellung eines Moduls oder Receiver zur Logistik verbinden lassen. Diese hat die Möglichkeit die 29,99 Euro bzw. 49,99 Euro Anschlussgebühr bei Bestandskunden nicht zu aktivieren und wegzulassen.

Protest gegen die wahnsinnigen Gebühren hilft also, wenn man weiß wo. Die Defensive einiger Abonnenten dürfte dennoch Millionen in die Kasse des größten Kabelkonzern Deutschlands spülen. Einfach nur unverschämt, denn es handelt sich hier um treue Bestandskunden.

Hinweis: Die hier beschriebene Vorgehensweise für den Erhalt von Gutschriften sind persönliche Erfahrungen der Autorin, es besteht kein Rechtsanspruch. Die Vodafone Callcenter-Agenten reagierten ausgesprochen zuvorkommend und selber kritisch gegenüber den Gebühren bei dem Test am 9. Mai 2018 auf der Technik-, Service- und Logistik-Hotline. Die Kulanz suggerierte der Autorin, dass höflicher Protest erfolgsversprechend sein kann.