Da staunen die Neukunden nicht schlecht! Sky-Chef Carsten Schmidt kündigte zum 2. Mai 2018 eigentlich die eierlegende Wollmilchsau an. Am Mittwoch soweit: Das neue Sky Q startete. Nicht erwähnt bei der früheren großen Ankündigung und damaligen Pressekonferenz von Carsten Schmidt wurden die neuen Preise. Seit 2. Mai ist auch klar, warum. Preiserhöungen! Schon wieder. Wenn auch erst auf den zweiten Blick. Schauen wir uns deshalb die Details an.

Der Trick mit der Mindestlaufzeit

Sky bietet ab sofort wieder eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten an.

Die Neukunden erhalten nach wie vor Sonderangebote. Aktuell einen Preisnachlass von 50 Prozent auf alle Pakete. Klingt zunächst erstmal gut. Denn normalerweise kündigen Kunden nach der Mindestlaufzeit, um im Anschluss weiterhin von günstigen Preisen zu profitieren [VIDEO].

Und genau damit ist jetzt Schluss. Clever änderte Sky nämlich die Konditionen innerhalb der Laufzeitverträge. Ab sofort gelten die Preise nur noch bis zum 12. Monat. Ab dem 13. Vertragsmonat muss man voll zahlen. Hier darf der Sky-Abonnent teils kräftig nachlegen. Das Entertainment-Paket wurde von 21,99 Euro um drei Euro auf 24,99 Euro verteuert. Damit zahlen Kunden also ab dem zweiten Jahr mehr für das Grundpaket. Das Komplettpaket schlägt in der zweiten Hälfte der Mindestlaufzeit mit satten 79,99 Euro zu Buche (inklusive HD und UHD).

Sky Ticket bis zu 150 % günstiger

An das Sky Ticket traute sich der PayTV-Sender nicht ran. Die Preise bleiben hier stabil. So kostet das Entertainment-Ticket gewohnte 9,99 Euro im Monat. Es bleibt ein Rätsel, wieso das fast identische Produkt - es fehlen nur wenige Inhalte von Spartensendern - im eigenen Haus ohne Vertrag 150 Prozent günstiger zu bekommen ist.

Selbst wenn ich alle Tickets buchen würde, kriege ich diese für 54,97 Euro im Monat und bin damit über 25 Euro günstiger als im Vertrag. Sicherlich fehlt bei den Tickets noch UHD und einige Inhalte. Auch kann man diese nicht wie Sky Q auf fünf Geräten gleichzeitig nutzen. Trotzdem sind die Preise ohne Laufzeitabo viel, sehr viel günstiger.

Fazit: Sky Q ist saftige Preiserhöhung

Sky Q (die neue Bezeichnung für Verträge) lohnt sich für Abonnenten, wo mehrere Personen gleichzeitig die Inhalte schauen möchten. Kleine Haushalte, die noch auf UHD verzichten können, sollten dringend die Alternative Sky Ticket als Option prüfen. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, warum Sky für ein Serienpaket mit Spartensendern 24,99 Euro verlangt, wenn ähnliche Pakete bei der Konkurrenz wie Netflix (10,99 Euro / HD Abo) und Amazon Prime Video (7,99 / bei monatlicher Zahlung) deutlich günstiger sind. Sky Q ist eigentlich nichts anderes als ein großes Update für den Receiver, welches mit Extras ergänzt wurden, die die Konkurrenz längst anbietet.

Auch wenn das Sportpaket etwas günstiger ist, sollte in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass zahlreiche Sportrechte verloren gingen oder wie bei der Bundesliga mit DAZN geteilt werden müssen. Letztlich steht Sky Q nüchtern betrachtet und rein rechnerisch gesehen für eine der größten Preiserhöhungen der letzten Jahre, wo allein im Grundpaket im zweiten Jahr 36 Euro in 12 Monaten mehr fällig werden - bei selben Inhalten wohlgemerkt. Bestandskunden sind von der neuen Preisstruktur innerhalb der Mindestlaufzeit nicht betroffen.