Eine Leserin wandte sich an die Medien und bat neben der lokalen Presse unter anderem auch unsere Blastingnews-Autorin über die sozialen Medien um Hilfe. Das Anliegen: Eine Brandenburger Grundschule (zum Schutz der Kinder vor möglichen Protestaktionen wird Ort nicht genannt) lässt Ponys auf den Schulhof "anliefern", damit die 1. und 2. Klassen auf den Tieren reiten dürfen. Inzwischen ist ein prominenter Tierschützer auf das umstrittene Sommerfest mit Tieren durch Eltern aufmerksam geworden.

Jana Wagenhuber ist nicht nur bekannt aus Big Brother, sondern spielte zuletzt im ZDF-Finale von "Bella Block" mit. Allein auf Facebook hat die 38-Jährige tausende Fans. Seit Jahren ist sie engagiert für den Tierschutz und bei PETA.

"Für mich war sofort klar, dass ich hier besorgte Eltern unterstütze, die das Reiten der Ponys auf dem Schulgelände verhindern möchten", sagte Jana Wagenhuber gegenüber Blastingnews.

Ein "Ritt" gibt's für die Kinder ab 50 Cent

Doch der Reihe nach. Vor einigen Tagen haben die Eltern der besagten Schule einen Zettel zum Sommerfest 2018 erhalten. Grundsätzlich ist es eine tolle Sache, mit Kindern vor den Ferien eine solche Veranstaltung zu feiern. Ein besorgter Elternteil spielte den Zettel diversen Medien zu, auch Blastingnews. Der Autorin liegt ein von der Schule ausgegebener roter Zettel mit einem Abschnitt, der die Aufschrift "ACHTUNG ACHTUNG..." enthält, vor. Auf diesem Abschnitt sollen Eltern - vermutlich aus versicherungsrechtlichen Gründen - mit Unterschrift bestätigen, ob ihr Kind auf dem Schulfest reiten darf.

Die Kinder würden einen Helm erhalten und zahlen je nach Pferdegröße nur 50 Cent oder 1 Euro. Ein "Trainer" würde die Tiere führen. "Ponys gehören nicht auf ein Schulgelände mit lauten Kindern und bei dem Gewusel auf einem Sommerfest", so Jana. "Ständig wird ein anderes Kind rauf und runter gesetzt." Für die Ponys sei das eine Qual. Wagenhuber unterstützte erst vor kurzem eine Aktion in Hamburg gegen ein Ponykarussel. "Wirbelsäule und Beine der Tiere sind nicht für stundeslanges im Kreis laufen ausgelegt", erklärte uns Jana. "Und schon gar nicht auf einem Schulhof!"

Ponys können nicht vor der Hitze flüchten

Ob das Sommerfest tatsächlich mit den Ponys stattfinden wird, sei inzwischen offen. Der Blastingnews-Autorin liegt eine E-Mail vor, wonach das zuständige Veterinäramt darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass Tierschützer "aus der Sicht des ethischen Tierschutzes" diese Veranstaltung für "nicht mehr zeitgemäß" halten. Auch wollen einige Eltern das Fest boykottieren. Jana Wagenhuber: "Ponys sind von Natur aus Fluchttiere, haben aber bei dem Sommerfest keine Möglichkeit vom Schulhof und der Hitze - es sollen am Dienstag in dem Ort fast 30 Grad werden - zu flüchten." Laut Wagenhuber sind Ponys sensible Tiere.

Der Lärmpegel wäre für die Tiere bei dem Fest eine hohe Belastung. "Ganz zu schweigen vom 'Rumgezerre' am Zaumzeug und das - wenn auch versehentliche - 'Anbollern' der Beine in den Bauchbereich des Tieres." Für den Big Brother-Star ist unverständlich, dass die Pädagogen einer Grundschule zwar daran interessiert sind, ihre Kinder zu bespaßen, jedoch aber nicht so weitsichtig denken würden, auch das Wohlergehen der Tiere zu berücksichtigen. "Ponys sind keine Spielzeuge!"

________

Hinweis: Der Artikel soll eine kritische Meinung über das Vorhaben einer Grundschule im Bezug auf ein Ponyreiten wiedergeben; er richtet sich nicht gegen Kinder und deren Eltern. Auch wird nicht die Tatsache kritisiert, dass die Schule ein Sommerfest mit Unterhaltungsprogramm organisiert, sondern nur um das Reiten auf Ponys im Rahmen einer schulischen Veranstaltung. Zur Recherche wurden interne Schreiben zur Veranstaltung sowie Fotos hinzugezogen. Die Autorin hat sich durch ein amtliches Dokument belegen lassen, dass die Informanten Kinder auf der besagten Schule haben.