Rückgang der Asylanträge in Europa

Im Jahr 2017 ist die Anzahl der Asylsuchenden in Deutschland zurückgegangen. Dies teilte die europäische Asylbehörde EASO in Brüssel mit. So suchten im vergangenen Jahr 222.500 Menschen in der Bundesrepublik Deutschland Schutz, was ein Rückgang um etwa 70 Prozent entsprach. Ein Jahr zuvor sollen es noch 745.000 Menschen gewesen sein, die einen Asylantrag stellten. Die meisten europaweiten Antragsteller kamen nach Deutschland. Ein Rückgang war auch in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz zu verzeichnen. Dort gingen die Zahlen insgesamt um rund 44% zurück.

Vertreibung

Trotz des sichtbaren Rückgangs der Asylanträge in Europa stiegen die Zahlen der Vertreibungen an, wie das UNO-Flüchtlingshochkommissariat im Weltflüchtlingsbericht bekannt gab.

Es wurde ein Rekordanstieg von Flüchtlingen festgestellt. So stieg die Zahl der Geflohenen innerhalb eines Jahres von 2,9 Millionen auf 25,4 Millionen an. Statistisch gesehen wird somit alle zwei Sekunden ein Mensch vertrieben. Bei den meisten bleibt es allerdings nicht nur bei einer Flucht. Fünf Länder machen zwei Drittel der Flüchtlinge weltweit aus. Darunter befinden sich Syrien mit 6,3 Millionen, Afghanistan mit 2,6 Millionen, Südsudan mit 2,4 Millionen, Myanmar mit 1,2 Millionen und Somalia mit 986.400 Flüchtlingen.

Asylrecht

Im deutschen Grundgesetz ist das Asylrecht für politische Verfolgte als Grundrecht verankert. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand das politische Asylrecht 1949 Platz im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland sowie in der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik.

Die DDR-Verfassung wandelte dieses Recht auf Asyl 1968 in eine Kann-Bestimmung als ein Gnadenakt des Staates um.

In der heutigen Zeit erhält der Asylbewerber für das Asylverfahren eine Aufenthaltsgestattung. Mit dem Entscheid durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) endet das Asylverfahren. Während des Verfahrens gilt eine Residenzpflicht, in der sich die Antragsteller für einen gewissen Zeitraum in einem von der zuständigen Behörde zugeteilten Bereich aufhalten müssen. Der Asylantrag kann nur persönlich in einer deutschen Behörde gestellt werden. Dabei sind die Botschaften ausgeschlossen, da sie nicht befähigt sind, Asylanträge zu bearbeiten. Die deutsche Botschaft hat lediglich die Möglichkeit, zeitweise Schutz zu bieten.