Fangen wir mal zur Verteidigung von Sky so an: Nicht nur die Abonnenten des PayTV-Senders leiden unter extremen Schwund von Partnersendern. Bei der Telekom fliegen seit Jahren gnadenlos ebenso beliebte Sender raus. Hier tobten die Kunden im Forum "Telekom hilft" erst vorletzten Monat wegen dem Wegfall von Silverline (Horrorkanal) und MTV Brand New (Musiksender). Davor stampfte die Telekom ein ganzes Musikpaket mit unzähligen Sendern ein. Aber eben auch bei Sky wird die Liste immer länger.

Hier musste neben Sport1 US, zuletzt Sport 1+ die Plattform räumen [VIDEO]. Zuvor sind AXN, MTV Live, GoldStar TV, ProSiebenFUN, kabeleins classics und Sat.1 emotions aus den Sky Paketen verbannt worden.

Sky begründet dies immer wieder mit Investitionen in eigene Produktionen und einer Prüfung auf Wirtschaftlichkeit.

RTL Sender gehören zu den Marktführern

Man kann aber auch unterstellen, Sky will sparen - und zwar um fast jeden Preis. Denn mit der heutigen Abschaltung werden die Marktführer im deutschen PayTV platt gemacht. Laut Mediengruppe RTL gehört vor allem der Sender Crime zu den erfolgreichsten Kanälen. Amazon-Produktionen wie "American Gods" oder demnächst die neue Serie mit Moritz Bleibtreu, "M - Eine Stadt sucht ihren Mörder", haben bei Crime ihre TV-Premiere. Mit Passion kamen bisher die Soap-Fans auf ihre Kosten. Der Sender war neben IPTV nur bei Sky über Kabel und Satellit zu empfangen. Gut möglich, dass sich nun die großen Kabelbetreiber auf RTL Passion stürzen werden.

Und neben Crime und Passion wird heute von Sky auch RTL Living abgeschaltet. Letzterer Sender stand für Lifestyle, zeigte eigene Kochsendungen oder werbefrei Shows wie "Shopping Queen". Laut RTL habe man versucht, sich mit Sky zu einigen. Vergebens. Seit Anfang Juli wurde mit Spiegel TV Wissen zumindest ein neuer Sender für Satelliten-Kunden von Sky aufgeschaltet. Allerdings nur in SD-Qualität.

Die Autorin meint: Nun sollte Schluss sein

Dass Sky wirtschaftlich agieren muss, bleibt nachvollziehbar. Inzwischen muss der PayTV-Sender auch auf Zahlen schauen. Stimmt die Quote überhaupt nicht mehr, muss eben ein Sender weichen. Denn Lizenzgebühren müssen schon noch mit den Abonnentenbeiträgen refinanziert werden können. Auch Netflix [VIDEO] zog zuletzt einem Dutzend seiner Serien den Stecker. Der US-Streamingdienst wird ja immer gern als bessere Alternative aufgeführt. Allerdings muss Sky nun auch aufpassen. Zahlreiche gute Serien laufen inzwischen bei Kabelanbietern, die verbannte Sender wie AXN zu ihrem Vorteil aufwerten. So gibt es die Erfolgsserie "POWER" bei Vodafone auch in UHD bei GIGA TV ohne Aufpreis. GoldStar TV vermarktet inzwischen sogar Amazon. Der Sky-Kunde wird sich überlegen, ob er bei der Ausdünnung noch bis zu 24,99 Euro monatlich für das Grundpaket zahlen möchte. Mein Rat an Sky: Nun sollte Schluss sein mit dem Rauswurf von Spartensendern.