"Bescheid'ne Wahrheit sprech' ich dir. Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt, gewöhnlich für ein Ganzes hält. Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war, ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar, das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht des alten Rang, den Raum ihr streitig macht. Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht; drum besser wär's, dass nichts entstünde.

So ist denn alles was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, mein eigentliches Element."

Was klingt, wie eine noch nicht gehaltene Regierungserklärung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump aus Steve Bannons Feder, ist aus dem Monolog des Mephisto zu Beginn des berühmten Faust von Goethe.

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen?

Nun sollte man keinen demokratisch gewählten Präsidenten verteufeln, auch wenn er Manieren wie King Kong hat und ein Einfühlungsvermögen zeigt, dass eher an einen Schaufelradbagger im Braunkohletagebau erinnert. Und Steve Bannon besitzt glücklicherweise auch nicht Goethes Genie. Aber es ist schon bedenklich, dass wir einerseits in der jetzigen Zeit der unabdingbaren Achtsamkeit, in der wir uns weigern Pelze zu tragen, um keine unnötigen Tierquälereien zu erzeugen, wir uns keine handgeknüpften Teppiche mehr kaufen, weil wir nicht mitschuldig sein wollen an Kinderarbeit und Honig zum bedenklichen Lebensmittel stilisiert wird, weil er aus Massentierhaltung kommt, überhaupt keine Gedanken über Industrieprodukte aus dem Staatskapitalismus China laut werden, ob denn dort unter menschenwürdigen Umständen zu einem akzeptablen Mindestlohn fabriziert wird.

Lieber reden wir von internationalem Freihandel [VIDEO], der dazu geführt hat, dass die weltbesten Solarmodule von Solarworld in Europa nicht mehr hergestellt werden, weil Solarworld Deutschland nun endgültig in den Konkurs gegangen ist, da die chinesischen Dumpingpreise nun mal nicht zu unterbieten sind. Wir kaufen Elektronik in Massen, die den Schriftzug "Made in China" trägt, weil eine vergleichbare Qualität in der westlichen Welt zu den Bedingungen der westlichen sozialen Marktwirtschaft nun mal nicht zu vergleichbaren Preisen produziert werden kann. Europäischer Stahl, muss mehr kosten, weil für Arbeitssicherheit und soziale Absicherung nun mal viel bezahlt werden muss. Kein europäischer Bergarbeiter wäre bereit in einem chinesischen Erz- oder Kohlebergwerk zu arbeiten weil die Arbeitssicherheit weit von unseren Maßstäben entfernt ist. Warum Amerikaner für deutsche Autos weniger Zoll bezahlen sollen, als Deutsche für amerikanische Autos, ist auch nicht plausibel.

Die dunkle Seite der Macht

Vielleicht braucht die Welt einen Trump [VIDEO], um sich auf ihre echten Werte der demokratischen Freiheit zu besinnen, so wie wir einen Gauland brauchen um zwischen wertkonservativ und nationalsozialistisch besser unterscheiden zu können, so wie wir den Islamismus und den Antisemitismus nicht einfach verteufeln sollten, sondern ihnen mit unseren christlichen Werten begegnen sollten, die Toleranz, Verzeihen und Vergebung heißen und nicht alttestamentarisch "Auge um Auge, Zahn um Zahn".

Jedoch ist auch Christus mit der Peitsche durch den Jerusalemer Tempel gegangen und hat die Opferhändler und Geldwechsler mit den Worten: "Ihr macht das Haus meines Vaters zu einem Warenhaus!" achtkantig hinausgeworfen.

Das Gute existiert schließlich nur als Kontrast zum Bösen. Gäbe es keinen Teufel, gäbe es Gott nicht. Und zu guter Letzt bleibt uns der Rat Yodas im Star-War-Epos: "Hüte dich vor der dunklen Seite der Macht!"