Man sollte meinen, dass bei Hertha BSC alles planmäßig verläuft. Man konnte sich am vergangenen Montag im DFB Pokal gegen die Eintracht aus Braunschweig mit 2:1 durchsetzen und auch am Samstag konnte man die Auftaktbegegnung gegen den 1. FC Nürnberg gewinnen. Doch intern hängt dennoch der Haussegen schief. Grund dafür ist der Streit zwischen der Fanszene und der Geschäftsführung von Hertha BSC!

Vereinshymne wird ersetzt

So manch ein Hertha-Mitglied wollte seinen Augen nicht trauen, als er am Freitagabend kurz vor 20 Uhr eine E-Mail von Hertha BSC in seinem Postfach wiederfand. In diesem Schreiben wurde erklärt, dass die Einlaufmusik, ab dieser Saison geändert werden würde.

Frank Zanders Kult-Song ,,Nur nach Hause'', der bereits seit 25 Jahren im Berliner Olympiastadion gespielt wird, soll künftig durch das Lied ,,Dickes B'' von ,,Seeed'' ersetzt werden. Zanders Song, solle dafür gut 10 Minuten vor Anpfiff und nicht mehr wenn die Spieler auf dem Platz erscheinen gespielt werden. Für Hertha-Fans ein Unding!

Schon im März gab es Streitigkeiten

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich die Vereinsführung von Hertha BSC auf ein gefährliches Machtspiel mit den Fans der ,,Alten Dame'' einlässt. Schon im März spitzten sich die Ereignisse zu, als die ,,Berliner Ostkurve'' mittels Spruchbändern ihren Unmut allen voran gegenüber Paul Keuter (Hertha-Beauftragter für Digitalisierung und Kommunikation) zum Ausdruck brachten. Paul Keuter der 2016 bei Hertha BSC tätig ist, möchte einen ,,Imagewechsel'' der Hertha voran treiben.

Dies will er mit frecher Werbesprüche, pinken Ausweichtrikots und größerer Präsenz im Internet erreichen.

Auch gegenüber Investoren steht dieser offen gegenüber und stellt außerdem die 50+1 Regel in Frage. Die aktive Fanszene stellte daraufhin den Dialog mit den Offiziellen von Hertha BSC ein, da man sich wortwörtlich ,,nicht mehr repräsentiert'' von ihrem Verein fühle. Man beklage des Weiteren, dass ,,Hertha BSC sich nicht mehr darum kümmere was den Fans der Hertha eigentlich wichtig sei''.

Preetz spricht von Dialogbereitschaft

Wenn Manager Michael Preetz auf diese Probleme angesprochen wird, spricht dieser stetig von einer ,,offenen Dialogbereitschaft seitens der Vereinsführung'', doch die Harlekins Berlin (größte Ultra-Gruppe von Hertha BSC) können von dieser anscheinend nichts spüren. So hielten sie gegen den ersten 1. FC Nürnberg ein großes Banner hoch, auf dem sie den angebotenen ,,offenen Dialog'', als eine Farce titulierten.

Auch Frank Zander angefressen

Doch wie geht eigentlich ,,der Macher'' der Vereinshymne von Hertha BSC mit dieser Situation um? Auch dieser zeigte sich angefressen und sagte gegenüber dem RBB: ,,Ich bin da ganz cool.

Die Fans werden schon zeigen, dass es eine falsche Entscheidung war.'' Später legte Zander noch einmal nach: ,,Diese Veränderungen können mich mal. So sterben die letzten Berliner aus.''

Hertha BSC's Vereinsführung muss aufpassen

Waren es im vergangenen März ,,nur'' die Ultras mit denen sich Herthas oberste Etage angelegt hatte, ist Hertha nun dabei eine ganze Fanbasis, also auch den nicht ganz so regelmäßigen Stadiongänger, gegen sich aufzubringen. Man hat sowohl im Stadion, als auch bereits im Internet erkennen können, dass nach dem Hymnentausch inklusive der Verbannung von ,,Nur nach Hause'' sehr vielen Fans auch außerhalb der Ostkurve diese Geschichte sehr nahe geht und eine sofortige Rückkehr zum alten Prozedere fordert.

Am heutigen Montagmorgen stellte Hertha noch einmal klar, dass das ,,Dicke B'' die zukünftige Einlaufmusik bleiben wird. Ein Entgegenkommen gegenüber der Hertha-Fans sieht anders aus...

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