Die Kritiken zu "Death Wish" waren teilweise vernichtend. Man möchte meinen, alte Cineasten durften sich hier auslassen. Während die WELT Bruce Willis in dem Streifen, der die US-Waffenkultur kritisiert, für unwürdig hält; findet der Tagesspiegel das Remake gar völlig aus der Rolle gefallen. Dabei war schon das Original mit Charles Bronson aus dem Jahr 1974 eine einzige Gewaltorgie. "Ein Mann sieht rot" war nichts anderes als die Antwort auf eine damals überforderte Justiz. In Zeiten, wo auf New Yorks Straßen Dutzende Menschen täglich starben.

Das reale und brutale Chicago

Ich habe vorab den Film gesehen. Und richtig ist: In "Death Wish" verlegte Horrormeister [VIDEO] Eli Roth die Handlung lediglich in das heutige Chicago.

Bruce Willis spielt dort einen Arzt, der in der Notaufnahme täglich mit der Waffengewalt konfrontiert wird. Im Gegensatz zum Original spart die Kamera hier nicht mit Einstellungen auf Schusswunden oder verletzten Teenagern. Auch Polizisten sterben in der Notaufnahme. Das ist hart und deshalb hat der Film auch die Freigabe erst ab 18 Jahren erhalten. Aber "Death Wish" zeigt die Gewalt nicht zu Unterhaltungszwecken, weshalb er keine Schnittauflagen bekam und unzensiert in die Kinos kam und nun ins PayTV kommen darf. Chicago gehört auch heute zu den kriminellsten Städten der USA. Fakt! Überfälle mit Waffen, Einbrüche, brutale Autodiebstähle sind an der Tagesordnung. Fakt! Alles das zeigt Eli Roth im Schnelldurchlauf realistisch und versetzt den Zuschauer damit bewusst in eine Art Schockzustand.

Die sozialen Medien schauen zu

Als nach einem Einbruch die Frau von Dr. Paul Kersey (Bruce Willis) zu Hause erschossen wurde und auch die Tochter durch Waffengewalt im Koma liegt, setzt Dr. Kersey die vergebliche Hoffnung bis zuletzt auf die Polizei. Vergeblich. In letzter Verzweiflung beginnt er Selbstjustiz. Zwar kann man hier Eli Roth den Vorwurf machen, dass er zu sehr die Waffengewalt explizit darstellt, aber die Selbstjustiz wird immer kritisch hinterfragt und Gewalt nicht verherrlicht. Dr. Paul Kersey wird bei seinen Taten manchmal gefilmt, im Netz machen seine Schusswechsel die Runde. Wie im wahren Leben, wo amerikanische Amokläufe auf YouTube und Facebook binnen weniger Stunden verfolgt werden können.

Abrechnung mit Waffengewalt

"Death Wish" ist ein glaubwürdiges Selbstjustiz-Drama, dass die Folgen von Waffenmissbrauch in den USA überzeugend thematisiert. Denn teilweise absurde Szenen, wie mit "Becky" vom Waffengeschäft, zeigen nur zu eindringlich, wie einfach es ist, an Waffen in den USA zu kommen.

Bis ins Detail erfährt nämlich der Zuschauer alles von der Zulassung einer Waffe bis zur Ausstellung des Waffenscheins. Willis spielt dabei grandios und ist wieder voll in seinem Element. Weder wird die Vater-Tochter Beziehung schmalzig dargestellt, noch wird auf Pathos gesetzt. "Death Wish" ist kein Actionfilm mit Helden, sondern eine brutale Abrechnung mit der sinnlosen Waffengewalt in den USA. Dreckig. Düster. Hoffnungslos. Ganz großes Kino!

"Death Wish" ist ab sofort (ggf. gegen Gebühr) im Abruf im Sky [VIDEO] Store, Maxdome Store, Amazon, Videoload (Telekom), Google Play oder GigaTV (Vodafone) erhältlich. Freigegeben ab 18 Jahren / ungeschnittene Fassung

Hinweis: Rechteinhaber MGM hat auch einen Trailer freigegeben, den Sie bei YouTube oder über den Sky Receiver (mit Jugendschutz-Pin) anschauen können. Wir verzichten aus Jugendschutzgründen auf die Veröffentlichung.