Mittlerweile sollten wir uns daran gewöhnt haben: Täglich passiert etwas Neues in unserem Land, als auch in der Welt. Diese Menge an "News" (engl. für Neuigkeiten / Nachrichten) erfahren wir über die unterschiedlichsten Kanäle, z.B. über das Fernsehen, den Rundfunk, Zeitschriften und Zeitungen, aber im Zuge der Digitalisierung auch immer häufiger über die sozialen Medien wie z.B. Facebook, YouTube, Instagram, Twitter etc.

Diese Instanzen, die gerade dafür geschaffen wurden, einen sehr großen Personenkreis zu erreichen, versorgen uns mit dem Nötigsten, um uns selbst auf den neuesten Stand der Tatsachen zu bringen.

Und genau hierin liegt das Problem. Allein schon begrifflich wird dieses deutlich: Der jeweilige Schreiber schreibt, um einen sehr großen Personenkreis zu erreichen, nicht nur lediglich um diesen über die neuesten Geschehnisse zu informieren, was bedeutet, dass auch immer eine jeweilige eigene Intention des Schreibers deutlich wird, die unmittelbar an den Leser durch den Leseprozess herangetragen wird.

Je nach politischer Parteilichkeit und persönlicher Meinung des Schreibers kann dieser eine Nachricht so aufbereiten, dass er dem Leser diese so bildreich und argumentativ unschlagbar in den Mund legt, dass dieser seine Meinung letzten Endes ebenso vertritt. Der Leser wird demnach gezielt durch die zu vertretende, angestrebte Meinung geleitet und das Ziel ist die Übernahme und Verteidigung dieser Meinung im späteren öffentlichen Diskurs.

Dass dies mitunter sehr gefährlich sein kann, liegt auf der Hand, bedenke man die Entstehung von Rechts- als auch von Linksextremismus, dessen Anhänger sich in ihrer Meinung immer wieder bestätigt fühlen. Folge von dem ist, dass Geschehnisse und Tatsachen entweder nur schwarz oder nur weiß gesehen werden, da Grauzonen als auch die jeweils andere Farbgebung vom Leser keinerlei Beachtung mehr finden aufgrund seines bereits festgefahrenen Gedankenmusters.

Diese sind aber dringend notwendig, um den rechten als auch den linken Rändern keinerlei Bestätigung zu geben.

Zentraler Unterschied: Trennung von Information und Meinung (Kommentar)

Ein wesentlicher journalistischer Grundsatz ist nach Kieler Nachrichten die strikte Trennung von Information und Meinung. Demnach entscheidet der Schreiber im Vorfeld, ob er die Tatsachen darstellen oder lediglich nur seine Meinung zu einem Sachverhalt äußern möchte.

Problematisch wird es erst dann, wenn Information und Meinung miteinander verschmelzt werden. Gerade deshalb ist laut BR Objektivität und Überparteilichkeit gefragt, also eine neutrale Haltung des Schreibers, der in einer Tatsachendarstellung (Information) für keine Denkweise Partei ergreift, egal, wie schwer das auch (für ihn) sein mag.

Diese Prinzipien seien nach BR (zit. n. "Wegweiser zu gutem Journalismus", 1947) "nicht nur wünschenswerte Ideale, sondern reale Notwendigkeiten im heutigen Deutschland, wo Subjektivität, Entstellungssucht und Sonderinteressen ständig nach Ausdrucksmöglichkeiten suchen."

Kommentar: Was wir daraus hinsichtlich News lernen

Erst durch diese vollführte Trennung des Schreibers zwischen eigener, emotionsgeladener, parteiergreifender Meinung und neutraler, objektiver, überparteilicher Schilderung der Tatsachen und Gegebenheiten offenbart sich dessen Professionalität und der Aspekt, ob dieser überhaupt vom Leser ernst genommen werden kann.

Demzufolge kann jeder Leser also selbst Fakenews, rechte oder linke Hetze sowie Kundgebungen und Demonstrationen rechter und linker Art etc. bei genauerem Hinschauen auf deren Wahrheits- und Glaubwürdigkeitsgrad hin identifizieren und demnach selbst für sich annullieren, sodass Extreme erst gar nicht in Auslebung geraten. Diese Trennung müsste jedoch dann zunächst einmal von jedem Einzelnen vollführt werden, was mitunter zahlreiche Probleme mit sich führen wird.