Heute wurde am Kölner Landgericht endlich einmal ein höheres Clanmitglied zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Vier Jahre, drei Monate für einen Clanchef. Das ist natürlich auf der einen Seite lächerlich wenig. Auf der anderen Seite darf auch dieser Täter nur für das verurteilt werden, was ihm auch zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.

Ich will jetzt hier einmal schildern, was aus meiner Sicht wirklich abgeht. Als Gerichtsreporterin, die seit zwei Jahrzehnten in verschiedenen Gerichten bei Prozessen vor Ort ist, fühle ich mich verpflichtet, die ganz heißen Eisen anzufassen.

Kinder ohne jede Chance

Es hat mich in den ersten Jahren wahnsinnig schockiert, ganze Familien auf der Anklagebank sitzen zu sehen. Väter, Söhne, Onkel, Neffen, Cousins, acht bis zehn Leute, die als eine Art Familienbetrieb zum Beispiel Einbrüche begingen. Diese Angeklagten haben zu rund 74 Prozent einen Migrationshintergrund. Roma und Sintis sind überproportional hoch beteiligt.

Gerade wenn wir als aufgeklärte Menschen davon ausgehen, dass die Kriminalität nicht in den Genen steckt, sondern in dem Umfeld, dann müssen wir handeln!

Die Lebensgeschichte der Angeklagten ist oft schockierend, Da sitzen Männer im Alter von 40 Jahren, die noch keinen Tag in ihrem Leben gearbeitet haben. Wie sie das hinkriegen? Oder wie sie zu diesen Verbrechern wurden?

Ganz grob vereinfacht:

Die Kinder wachsen ohne Kenntnis der deutschen Sprache auf.

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Sie lernen patriachale Strukturen und Gewalt kennen. In ihrer wichtigsten Prägungsphase sind sie fast ausschließlich diesen Beispielen ausgesetzt. Sie erfahren eine Gehirnwäsche, nur Menschen innerhalb der Gruppe, der Glaubensgemeinschaft oder des Clans stehen für sie auf der gleichen Stufe. Es sind die gleichen Mechanismen, die üblicherweise in bestimmten Sekten angewendet werden. Die Schule wird so weit wie möglich gemieden. Bei Ärger mit der Schule werden auch gerne mal die Pädagogen bedroht. Ein Schulabsschluss wird oft nicht erreicht.

Mit circa 17 Jahren wird oft nach "Roma-Art" geheiratet. Dann werden so schnell wie möglich zwei Kinder "produziert". Ab da lebt das Paar, angeblich oder tatsächlich, für die Ämter und damit für die Geldbezüge getrennt. Die Kinder werden ganz nett aufgeteilt. Eins du, eins ich. Und ab da gilt der Mann als alleinerziehender Vater und bekommt eine größere Wohnung bezahlt.

Lächerlich, weil diese Männer gleichzeitig angeben, dass sie den ganzen Tag spielen, trinken und Drogen nehmen.

Die Kinder sind erst Opfer und dann Täter

Das Allerschlimmste aber ist die Aufteilung der kriminellen Taten. In Deutschland werden Täter frühestens mit 14 Jahren das erste Mal bestraft. Das milde Jugendstrafrecht, bis "bestenfalls" zum 21. Lebensjahr, wird von den Clans ganz genau einkalkuliert. Genauso die große Wahrscheinlichkeit, dass die ersten Haftstrafen zur Bewährung ausgesetzt werden. Nach meiner persönlichen Schätzung begeht ein Einbrecher circa 1000 Brüche und steht circa fünfmal vor Gericht, bis er das erste Mal tatsächlich ein bis drei Jahre sitzt.

Bei den Tatausführungen heißt das ganz praktisch: Die Kids müssen einsteigen, die Alten wachen draußen und waschen dann notfalls ihre Hände in Unschuld oder sind eben nur die Fahrer, die von nichts wussten. Auch bei den ganz harten Taten, wie Mord, müssen die Jüngsten ran. Bei den sogenannten "Ehrenmorden" ist das für die Gerichte dann fast unmöglich die wahren Hintermänner entsprechend zu strafen.

Probleme innerhalb dieser Unterwelt werden bei den Romas vom sogenannten "Herrenzimmer" geregelt. Das Gleiche gilt auch für Islamisten, Nazis und andere Irre. Unterwelt-Gerichte mitten in Deutschland. Patriachale Männer sind dort die "Richter", die entscheiden, wenn eine Frau zum Beispiel eine Vergewaltigung anklagt. Dieses ganze System ist unglaublich krank, gewalttätig, kriminell und diskriminierend.

Familie Ritter: Kinder gehören nicht in so ein Umfeld

Ein abschreckendes Beispiel ist die "Familie Ritter". "Stern TV" berichtet seit 24 Jahren über die sogenannte Nazi-Familie. 1994 wurden die Kids zum ersten Mal gefilmt, ihre Mutter sollte enge Kontakte zur rechtsradikalen Szene pflegen. Die Ritter-Kinder waren verwahrlost und zeigten den Hitler-Gruß. (Siehe Foto2)

Und heute: Es ist unvorstellbar, was für entsetzliche Wracks aus diesen Kindern geworden sind. Sie sind abhängig von Alkohol und allem, was sie kriegen können. Sie sitzen ständig hinter Gittern. Vor knapp zwei Wochen ist einer von ihnen, Norman, wieder einmal zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.

Hier ein unfassbarer Einblick in das Leben von Familie Ritter: