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Lässt man die Schlagzeilen des vergangenen Jahres Revue passieren, so bekommt man den Eindruck, das Ende unserer Gesellschaft – wenn nicht sogar unserer Welt – sei nahe. Die politische Stimmung in Deutschland und Europa [VIDEO] ist aufgeheizt, die Gräben werden tiefer und wohin man auch schaut ist Hysterie.

Gleichzeitig scheint die Politik in Schockstarre, nur gelegentlich unterbrochen von Panikanflügen, gebetsmühlenartig wiederholten Mantras wie „Wir schaffen das!“ oder rein reaktivem Aktivismus.

Kein Wunder also, dass die Bevölkerung resigniert, wenn die von oben servierten Lösungsoptionen bloß zwischen Apathie und hilfloser Ideenlosigkeit hin und her schwanken.

Ob dieser Umstände ist verzweifeln einfach.

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Doch sollte man sich nicht entmutigen lassen: wie sich herausstellt, ist nicht alles so schlecht, wie es allgemein dargestellt wird. Blendet man die Hysterie für eine Weile aus, ergibt sich ein Bild voller Hoffnung für das nächste Jahr.

Die EU am Abgrund?

Als Italien mittels seines vorgelegten hochpopulistischen Haushalts laut gegen Brüssel rebellierte, war die Panik groß. Die drittgrößte Volkswirtschaft der EU drohte öffentlich mit „Italexit“ sollte Brüssel es wagen, Italien weiter seine Haushaltsregeln aufzuzwingen. Dass sich Rom mit solch einem Getöse der EU widersetzte war neu und drohte, das bisherige Selbstverständnis der Union noch mehr und nachhaltiger zu erschüttern.

Und was passierte dann? Aufgrund der harten Linie Brüssels knickte Italien letztendlich ein und revidierte seine provokanten Schuldenpläne für den Haushalt.

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Stattdessen wurde ein neuer Staatsetat vorgelegt, der von der EU akzeptiert wurde. Natürlich ist die Sache damit noch lange nicht in trockenen Tüchern und die Aggression, die Salvini und seine Kumpanen an den Tag legten, sollten für Sorgenfalten in den Korridoren der EU-Institutionen sorgen.

Dennoch beweist Italiens Umdenken die Stärke und Autorität der EU, die trotz aller Widerstände immer noch in der Lage ist, ihre Regeln zu verteidigen, wenn sie es denn will. Eventuell ist dies auch ein Grund dafür, dass Unterstützung für die EU auf dem höchsten Stand seit 35 Jahren ist.

Gleichzeitig hat die EU in der Causa Brexit einen Sieg errungen. Der ausgehandelte Deal mit Großbritannien bedeutet, dass das Land erst einmal an den verhassten Kontinent gebunden bleibt, jedoch ohne Mitspracherecht. Hier hat sich zum wiederholten Male das Aushaltevermögen und die Standhaftigkeit der EU-Offiziellen gegen die Empörung aus London bewiesen. Außerdem wird immer klarer: der größte Verlierer des Brexit wird das Vereinigte Königreich sein, nicht die EU-Mitgliedstaaten.

Der EU wird es sicher nicht guttun, soviel steht fest, doch wird der Kontinent den Verlust der britischen Wirtschaftskraft wegstecken und ohne das Königreich längst überfällige Finanzreformen durchsetzen können.

Deutschland, dein Rechtsextremismus?

In diesen turbulenten Zeiten ist es auch den Medien zu verdanken, dass man den Eindruck bekommt, Deutschland würde geradezu von Neo-Nazis überrannt. Um nicht falsch verstanden zu werden: Gefahr von rechts besteht und ist ernst zu nehmen. Dennoch sollte man sich nicht nur auf das Negative konzentrieren, sondern auch das Positive in Betracht ziehen.

Trotz Aufmärschen und Protesten darf man nicht vergessen, dass mehr Menschen in vielen Demonstrationen im ganzen Land gegen rechts marschiert sind als dafür. Rechtsextreme Proteste hatten in der Regel Gegenproteste zur Folge. Diese sind trotz allem ein Zeichen für ein großes Engagement der deutschen Gesellschaft für eine offene und demokratische Lebensweise, vor allem an den symbolträchtigsten Jahrestagen der deutschen Geschichte.

Der unaufhaltbare Klimawandel?

Die Klimakonferenz in Polen sorgte eher für Ernüchterung denn Hoffnung. Nicht nur, dass die USA ein blamables Nebenevent zur weiteren Förderung von Kohle veranstalteten und damit den Umweltschutz [VIDEO] um Jahre zurückwerfen wollten.

Mehrere Staaten, darunter wieder einmal die USA, Russland und Saudi-Arabien, hatten sich früh gegen die Inkludierung des UN-Klimaberichts gestellt, woran der Gipfel fast gescheitert wäre. Letztendlich konnte sich die Staatengemeinschaft auf eine „Gebrauchsanweisung zur Rettung der Erde“ einigen, nicht aber ohne faden Beigeschmack.

Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Trend zu erneuerbaren Energien unaufhaltsam ist. In der Tat ist deren Anteil an der weltweiten Stromerzeugung in den letzten zehn Jahren stetig gewachsen, von 17,7 % im Jahr 2007 auf 24,3 % im Jahr 2017. In dem selben Jahr ist der Verbrauch dieser regenerativen Energien auch dreimal schneller gewachsen als der weltweite Gesamtenergieverbrauch. Deutschland hat im Jahr 2017 insgesamt 16,2 Milliarden Euro in alternative Energien gesteckt und hat die zweitgrößten Windkraft-Kapazitäten hinter Großbritannien. Auch wenn die internationale Politik es nicht verstanden hat, die Industrie und Bevölkerung an sich, haben es schon längst begriffen.

Mut zum Positiven

Was bedeutet dies für das nächste Jahr? Ganz einfach: die ewige Schwarzmalerei muss auch mal ein Ende haben. Es ist immer einfacher, sich zu beklagen, wie schlecht es um dies oder das steht, aber verstellen wir uns dadurch unseren Blick auf das Ganze. Das Positive gibt uns Hoffnung und extra Ansporn, die Dinge zum Besseren wenden zu wollen und zeigt auch, dass wir dies können. Im Jahr 2019 gibt es viel zu tun, das steht außer Frage. Veränderung kommt aber besser ohne Hysterie und mit mehr Mut zustande.