Eine der größten Evakuierungsaktionen in Bochum

Bei Ausgrabungsarbeiten in Bochum stieß man am Donnerstagmorgen in der Innenstadt auf eine 10-Zentner-Bombe. In der Kortumstraße und im Umkreis von 500 Metern dieser Einkaufsstraße wurden alle Geschäfte geschlossen und die Menschen evakuiert. Tausende Menschen sind von dieser Evakuierung betroffen. Für sie wurde eine Betreuungsstelle in der Musikschule Bochum eingerichtet. Im Einsatz sind auch Transferbusse zur Beförderung der Betroffenen. Der Kampfmittelräumdienst bereitet sich darauf vor die Bombe zu entschärfen. Das historische Rathaus war auch betroffen und musste geräumt werden. Es konnte seinen Betrieb nicht weiterführen und alle Bürgertermine fallen heute aus.

Naheliegende Parkhäuser wurden gesperrt und man rief auf, die dort noch parkenden Fahrzeuge wegzufahren.

Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg

Der Geist des Zweiten Weltkrieges spukt noch heute in deutscher Erde. Immer wieder werden vor allem bei Bauarbeiten Bomben aus dem Zweiten Weltkrieges gefunden. Sie stellen eine große Gefahr für die Bevölkerung dar und müssen durch Fachpersonal entschärft werden. In der Regel sind Zünder und Sprengmasse noch funktionstüchtig und machen den Blindgänger damit unberechenbar. Die Blindgängerquote bei denen über Deutschland abgeworfenen Bomben betrug 20 Prozent. Gerade das Ruhrgebiet war Ziel der alliierten Luftangriffe aufgrund der zentralen wirtschaftlichen Lage. Die Höhepunkte der Bombardierungen hatte dieses Ballungsgebiet in den Jahren 1943 und 1944.

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Ein Tag der sich in Bochums Gedächtnis brannte war der 4. November 1944. Der verheerende Luftangriff an jenem Abend zwischen 19 und 20 Uhr legte die Innenstadt fast völlig in Schutt und Asche. Es wurden von 700 britischen Bombern 10.000 Sprengbomben und 130.000 Brandbomben abgeworfen. In dieser Nacht fanden über 1.300 Menschen den Tod und über 70.000 wurden obdachlos.

Mit welchen Behinderungen wird während der Entschärfung gerechnet?

Der Innenstadtring ist von der Evakuierung nicht betroffen und daher sind Auswirkungen auf den Verkehr nicht zu erwarten. Pendler wurden keinen Einschränkungen ausgeliefert, da sich der Bochumer Hauptbahnhof nicht im Evakuierungsradius befindet. Erhebliche Beeinträchtigungen gibt es allerdings beim Betrieb der Straßenbahnen und Busse. Der Straßenbahn- und Busbetrieb in der Innenstadt wird bis in die Abendstunden nicht möglich sein. Ausgenommen davon sollen die Linien 308 und 318 sein.