Wie zwei Grad zum Politikum wurden.

1992 gründete der promovierte Physiker Hans Joachim Schellnhuber das mittlerweile weltweit sehr renommierte Potsdam Institut für Klimafolgeforschung (PIK). Heute ist das PIK eines der führenden und bedeutendsten Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Klimaforschung und übt eine beratende Rolle in Fragen der Klimaerwärmung für die Bundesregierung und den IPCC (Weltklimarat) aus. Von 1989 bis 1993 war Schellnhuber Professor für theoretische Physik am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg. Unter anderem leitete er Anfang der 1990 Jahre ein vom Bundesministerium für Forschung und Technologie gefördertes Projekt, welches die Auswirkung des ansteigenden Meeresspiegels auf das Watt analysieren sollte.

Der Vita Schellnhubers ist zu entnehmen, das er sich wohl schon sehr früh in seiner Laufbahn als theoretischer Physiker dem Themenbereich Meeresbiologie zuwendete. In seiner Funktion als leitender Geschäftsführer des PIK nun, befasst er sich mit der Klimafolgenforschung und der Erdsystemanalyse. Schellnhuber brachte auch als Erster die sogenannten Kippelemente in die Klimadiskussion mit ein, die mittlerweile zum unumstößlichen Repertoire der weltweiten Klimaforschung gehören.

Das 2 °C Klimaziel und ihre Widersprüche in ihren Kernaussagen

Der US-Amerikanische Wirtschaftswissenschaftler William D. Nordhaus brachte als erster die 2 °C Hypothese im Zusammenhang um die Debatte mit der globalen Klimaerwärmung ins Rennen. Das zwei-Grad-Ziel war von ihm allerdings unter dem Gesichtspunkt der Kosten-Nutzen-Analyse und nicht als wertebasierte Orientierung ins Spiel gebracht worden.

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Ab Mitte der 1990er Jahre brachte der “Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)“ dem auch Schellnhuber angehört, unter den Gesichtspunkten der Kippelemente die 2 °C Grenze ins politische Spiel ein, wonach sich im Anschluss auch die europäischen Umweltziele hin ausrichteten. Einen weiteren Höhepunkt dieses 2 °C Klimaziels, brachte in 2015 der Pariser Klimagipfel, wonach das Ziel deutlich unter 2 Grad, besser noch unter 1,5 °C zur vorindustrieteller Zeit beschränkt werden soll.

Die Fragen die sich hier nun stellen sind die, von welcher Basis aus denn nun diese 2 °C Grenze, die mittlerweile zum “Alles oder Nichts“ in der Klimadebatte mutierte, zu ziehen ist und wie viel Zeit uns demnach noch bleibt dieses Ziel nicht zu überschreiten? Diese Fragen sind deshalb so wichtig, da die Einhaltung dieser Werte, fast ausschließlich an die CO2 Debatte festgemacht wird und dessen Eindämmung den europäischen Steuerzahlern in den kommenden Jahren voraussichtlich mehrere Milliarden Euro an Steuergelder kosten wird.

Gelder also, die für Bildung, das Gesundheitswesen, den Ausbau und die Erhaltung der Infrastruktur, dem Naturschutz und vor allem einer echten Entwicklungshilfe fehlen werden.

Zitat: “[...] In den in Paris getroffenen Entscheidungen wird eine Zusage der Industrieländer aus dem Jahr 2009 fortgeschrieben. Sie hatten sich dazu bereit erklärt, bis zum Jahr 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für die Klimafinanzierung zu mobilisieren. Diese Verpflichtung wird nun bis ins Jahr 2025 verlängert. Für die Zeit nach 2025 soll ein neues, höheres Ziel zur Mobilisierung von finanziellen Mitteln festgelegt werden.“ Quelle: BMUB

Und natürlich hat diese Information auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Reputation und Glaubwürdigkeit der vorgenannten Institutionen und die Politik und deren Mitglieder und Vertreter.

Um diese Fragen zu beantworten, brauchen wir also verlässliche Angaben über Daten und Bezugspunkte an denen wir uns orientieren können. Schauen Sie sich dazu bitte zuerst das nachfolgende knapp 3-minütige Video an das 2009 zuerst in einer Sendung des WDR „Quarks und Co“ unter dem Thema Klimakampf in Kopenhagen zur besten Sendezeit ausgestrahlt wurde und im Anschluss der Sendung für Aufregung sorgte.

Wir werden uns jetzt nur kurz mit dem Schlusssatz, Zitat: “dann ist es vorbei mit den angenehmen Temperaturen ..Kunstpause.. und der Erde ...“ aufhalten und kommen direkt danach zum Kern dieser Aussage, zu den 15 °C. Bitte merken Sie sich diese Zahl. In einer 3SAT Sendung vom 29. November 2009 verglich Schellnhuber den 2 °C Anstieg der Erdtemperatur mit dem Fieber des Menschen und bei einem Anstieg von 5 °C suggerierte den Tod der Erde. Weiter konstatierte er, dass diese 2 °C wohl keine sichere Marge wären, sondern das absolute Maximum an Anstieg, was wir dem Planeten zumuten könnten. Doch zurück zum Pariser Klimaabkommen von 2015. Dort beschloss man, dass sich die Temperatur der Erde um nicht mehr als 2 °C resp. 1,5°C zur vorindustrieller Zeit weiter erhöhen darf. Doch wie weit hat sie sich seitdem denn schon erhöht und wo setzen wir die “vorindustrieelle Zeit“ eigentlich an? Dazu finden wir folgende Aussage aus einem in 2013 erschienen IPCC Bericht

Zitat: „“[...] Each of the last three decades has been successively warmer at the Earth’s surface than any preceding decade since 1850 … In the Northern Hemisphere ...“. Auf gut deutsch: „“ Jedes der letzten drei Jahrzehnte war es an der Erdoberfläche sukzessive wärmer als jedes andere vorangegangenen Jahrzehnt seit 1850 … . In der nördlichen Hemisphäre ...“.

Demzufolge hätte sich die Temperatur der Erde von 1850 bis zum Jahr 2012 um satte 0,8 °C erhöht. Querbeet findet man Tabellen, die zwar die Erwärmung seit 1880 oder 1850 herum bis heute widerspiegeln, die aber hierzu keinerlei absoluten Temperaturangaben liefern. Das ist ungefähr so, als würde die New Yorker Börse zwar die Kursschwankungen einzelner Aktien abbilden, aber nicht deren nominelle Werte. Dieses Szenario wäre für den Aktienhandel völlig absurd, da kein Aktienhändler wüsste wann ein Papier über- oder unterzeichnet wäre und jede Investition in reines Glücksspiel ausarten würde. Und niemand der bei klarem Verstand wäre würde Papiere handeln, oder gar auf Börsengurus hören.

Aber genau diese Situation zeichnet die Klimadebatte zum größten Teil aus wenn es um die Erderwärmung geht, also um das “terrestrische Fieber“ oder um im Bild mit dem Aktienhandel zu bleiben, um die “klimatische Überzeichnung“. Hier ein weiteres Beispiel jüngst vom YT Kanal des PIK geliefert. Bitte schauen Sie sich dieses 8-minütige Video ganz genau an:

Auffällig, dass in diesem Video der vorindustrielle Zeitpunkt um rund 100 Jahre zur allgemein gebräuchlichen Angaben von 1880 oder 1850, kurzerhand auf 1760 vorverlegt wurde und sich dadurch die Erwärmung von 0,8 °C auf nun 1,0 °C nach oben verschoben hat. Und auffällig auch, dass uns auch hier wieder keine absoluten Temperaturwerte als Basis- und Vergleichswerte vorgelegt wurden. Man muss lange und intensiv nach diesen Werten suchen, da fast ausschließlich alle publizierten Daten, eben ohne diese wichtigen absoluten Temperaturdaten auszukommen scheinen. Doch gräbt man sich durch den Datendschungel des IPCC, wird man tatsächlich fündig und findet folgende Angaben: von 1850 bis 2005 wurde ein Rekordhoch in 1998 oder 1999 von knapp unter 14,6 °C verzeichnet. Ab da gingen trotz des “gewaltigen“ 6 Jahre andauernden CO2 Anstiegs, die Temperaturen wieder etwas zurück. In 2016 lag die durchschnittliche Temperatur dann bei etwa 14,8 °C. Trotz El Niño Effekt, wurde die optimale Temperatur von 15 °C noch immer nicht erreicht und es sieht derzeit so aus, als würde die Durchschnittstemperatur in 2017 wieder etwas rückläufig sein. Ein Zurück zu den vorindustriellen Werten hieße zudem, zurück in eine kleine Eiszeit, also wieder zurück zu den 13 °C – 14 °C, also nicht zu den angenehmen 15 - 16 °C.

Resümee

Mit der Beliebigkeit mit der bei der Klimaforschung mit Zahlen und Daten umgegangen wird, hat das mehr was von esoterischem Wunschdenken, als was von echter Wissenschaft. Und sollte der Mensch tatsächlich maßgeblich zu einer unkontrollierbaren und bedrohlichen Erderwärmung beitragen, die in Zukunft unsere Existenz bedroht, sind solche Taschenspielertricks der Klimatologen wenig hilfreich um eine mögliche Bedrohung abzuwenden. Aus dem einfachen Grund, da die Menschen jedes Vertrauen in die Klimapolitik verloren haben und sie genau jenen in die Hände spielen, die eh schon hinter allem was geschieht, eine Weltverschwörung sehen und alles besser zu wissen glauben. Mehr Sachlichkeit und weniger Panikmache mit Zahlentricks wäre ein Mehr an Glaubwürdigkeit! Dass es so viele Zweifler an einer von Menschen verursachten Klimaerwärmung gibt, haben sich das IPCC und deren Wissenschaftler wohl selbst zuzuschreiben.

Weitere Quellen:

Wikipedia

IPCC, 2013: Summary for Policymakers. In: Climate Change 2013

Potsdam Institut für Klimafolgeforschung (PIK)