Genau vor einer Woche stürmte ein 19-Jähriger die Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida. Der US-Bundesstaat ist für seine eher lockeren Waffengesetze bekannt. Bei dem Massaker am 14. Februar 2018 starben 14 Schüler und drei Lehrer. Unter den Toten war auch die 14-jährige Jaime Guttenberg, über die Blastingnews berichtete. Um zu verstehen, was sich gestern im Parlament von Florida abgespielt hat, sollten wir noch einmal verdeutlichen, was heute genau vor einer Woche geschah. Mit einem halbautomatischen Gewehr des Typs AR-15 stürmte ein ehemaliger Schüler in die Schule, schoss mehrfach auf die Kinder, Jugendlichen und Lehrern.

Vor den Augen der Schüler starben die Mitschüler, einige erlagen den Verletzungen vor den Augen der Kinder. Es war grauenvoll.

Halbautomatische Waffen, kein Problem

Grausam war auch das, was die ohnehin traumatisierten Schüler in Floridas Hauptstadt Tallahassee erleben mussten. Denn gestern ging es um eine Abstimmung für das Gesetz, welches in Zukunft bestimmte Waffen mit Halbautomatik verbieten oder zumindest den Zugang erheblich erschweren sollte. Doch das Parlament stimmte sehr eindeutig gegen den Wunsch der Schüler, Eltern, Angehörigen der Opfer und ganz im Sinne der Waffenlobby. 71:36 Stimmen lehnten ein schärferes Waffenrecht für den US-Bundesstaat Florida ab. Damit bleibt der Zugang zu Waffen wie AR-15, mit dem letzte Woche 17 Menschen getötet wurden, weiterhin unproblematisch.

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"Das nächste Schulmassaker passiert"

Sheryl Acquarola Gesichtsausdruck nach dieser Entscheidung ging um die Welt. Sie weinte bitterlich. Auch andere Schüler brachen in Tränen aus, andere ließen ihrer Wut freien lauf, beschimpften die Politiker. "Wenn das nächste Schulmassaker passiert, dann tragen Sie ganz allein die Schuld", rief ein Schüler von der Tribüne. Der TV-Sender CBS war den ganzen Tag vor Ort und ließ die Jugendlichen vor die Kamera. Auch Sheryl Acquarola weinte bei der Liveübertragung und sprach von einem schwarzen Tag. Die USA, eines der reichsten Länder der Erde, werde auch in Zukunft nicht für den Schutz an Schulen einstehen und beuge sich der Waffenindustrie. Bereits Fred Guttenberg, der seine Tochter Jaime letzten Mittwoch verlor, übte im Sender abc harte Kritik. Als Amerikaner dachte er, sein Kind wäre an der Schule in Florida sicher. Sie war es nicht. Und auch in Zukunft werden die Schülerinnen und Schüler - nicht nur in Florida - mit der Angst vor dem nächsten Schulmassaker leben müssen.