Deutschland wächst

Die Anzahl der Nettozuwanderung lag im Jahr 2016 bei etwa 500.000 Personen. Das heißt, es sind rund eine halbe Million mehr Menschen nach Deutschland zugezogen, als aus Deutschland fortgezogen sind. Es gab insgesamt in Deutschland etwa 1.865.000 Zuzüge und etwa 1.365.000 Wegzüge. Zum Vorjahr waren es 13 Prozent weniger Zuzüge und 37 Prozent mehr Fortzüge. Laut einer Studie, die 2015 für die Bertelsmann-Stiftung angefertigt wurde, braucht Deutschland jährlich eine Zuwanderung von mindestens einer halben Million Menschen, um die Zahl der Arbeitskräfte und das Sozialsystem bis zum Jahr 2050 stabil zu halten.

Fakten in Zahlen

Die meisten Zuwanderer, etwa 1,719 Millionen hatten einen ausländischen Pass.

Unter den Zuwanderern waren etwa 146.000 mit deutschem Pass. Etwas mehr als die Hälfte, um die 51%, besaßen die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates, weitere neun Prozent kamen aus dem restlichen Europa. Fünf Prozent stellte der Anteil der Zuwanderer aus Afrika und aus asiatischen Ländern kamen 26 Prozent.

Gerne wurde auch im Jahr 2016 wieder ausgewandert. Darunter waren auch einige Millionäre, die ihren Wohnsitz außerhalb Deutschlands wählten. Wo ausgewandert wird, gibt es auch Rückzüge. Dies liegt meistens daran, dass deutsche Auswanderer sich den kulturellen Differenzen im Ausland nicht stellen konnten oder die Perspektiven in der neuen Heimat nicht erfüllt wurden.

Woher kommen die Statistiken?

Um sich ein Bild über Deutschland machen zu können, hilft das Statistische Bundesamt.

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Hier werden Informationen gesammelt, ausgewertet, analysiert und schließlich zu Statistiken verarbeitet. Als neutraler Dienstleister werden öffentlich Informationen für jeden zur Verfügung gestellt.

Deutsche Statistiken haben eine lange Geschichte. Schon im 18. Jahrhundert gab es Vorläufer eines statistischen Amtes in dem Materialsammlungen über Deutschland vorgenommen wurden. Im Jahr 1834 wurden Statistiken vom deutschen Zollverein durchgeführt. Nach der Gründung des Deutschen Reiches gab es dann ab 1872 das „Kaiserliche Statistische Amt“. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1918 das „Statistische Reichsamt“ dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Ab 1933 wurden die Statistiken im jeweiligen Aufgabengebiet verschiedene Ämter zugeteilt, sodass eine Zentralisierung zur Auswertung von Statistiken schwieriger wurde. Wie wir sehen, gab es schon immer ein großes Interesse an Übersichten in Zahlen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.