Aktionäre reichten Klage aufgrund des Kurseinbruches ein

Der Datenskandal um die britische Analysefirma Cambridge Analytica übt immer mehr Druck auf Facebook aus. So teilte das Unternehmen mit, dass letztendlich sie die Betrogenen und Hintergangenen seien. Mark Zuckerberg, der Firmenchef, und alle weiteren Verantwortlichen stellen klar, dass sie sich der ernsten Lage bewusst sind. Sie würden nun alles tun um die Daten der Nutzer Facebooks zu schützen und die Richtlinien durchzusetzen.

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Durch diesen Skandal sackte der Börsenkurs der Facebook-Aktie am Montag um sieben Prozent ab. In diesem Fall bedeutet das, dass rund 35 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet wurden.

Auch am Dienstag sank er erneut um 2,6 Prozent. Das hat zur Folge, dass die Aktie, verglichen zu den vergangenen zwei Jahren, schlecht abschnitt.

Daraufhin reichten Aktionäre eine Klage an einem Bundesgericht in San Francisco ein. In deren Klageschrift heißt es, Facebook habe irreführende und falsche Aussagen zur Firmenpolitik gemacht.

Wenn Facebook mitgeteilt hätte, dass unerlaubter Zugriff von Dritten auf die Daten von Millionen Nutzern gewährt wurde, hätten sie nicht solche großen Verluste verkraften müssen. So argumentieren die Kläger.

Nachdem die USA und Großbritannien ähnliche Initiativen ergriffen, wandte sich nun auch der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani an Zuckerberg. Er lud ihn ein, vor den Vertretern von 500 Millionen persönlich zu sprechen. Facebook müsse klarstellen, dass persönliche Daten nicht zur Manipulation von Demokratien genutzt werden dürfen.

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Auch Damian Collins, der Vorsitzende des britischen Parlamentsausschusses für Digitales und Medien, verlangt von Mark Zuckerberg, sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen.

Was hat es mit der Cambrigde Analytica auf sich?

Die britische Firma Cambrigde Analytica soll dem heutigen US-Präsidenten, Donald Trump, zum Sieg bei der Präsidentenwahl im Jahr 2016 verholfen haben. Dies geschah möglicherweise mithilfe von rechtswidrig gesammelten Facebook-Daten von Millionen Nutzern.

Alexander Nix, der Chef der britischen Firma, wurde am Dienstag suspendiert. Er gab einem vermeintlichen Kunden Angaben zu den Verbindungen zwischen dem Unternehmen und Trump. Dieser "Kunde" war letztendlich jedoch ein Fernsehreporter von Channel 4. Nix tat dies als ein von ihm gespieltes Spiel ab.

Auch in Washington trägt dieser Skandal bereits Konsequenzen. Ob das angebliche Datenleck Trump zum Sieg verholfen hat, will die Opposition nun offiziell aufgeklärt haben.