Wer war Manfred von Ardenne?

Manfred Baron von Ardenne , geboren 1907 in Hamburg und 1997 in Dresden gestorben,war ein deutscher Ausnahme-Wissenschaftler der angewandten Physik. Überwiegend in der Elektrotechnik gehen etwa 600 Patente auf seine Kappe. Dabei waren bahnbrechende Erfindungen, die Einzug in den Alltag und in das Militär hielten. Durch seine Anpassungsfähigkeit und Kooperationen in allen politischen Systemen Deutschlands, bekam er die Möglichkeiten seine Forschungen stets auch für das jeweilige Regime oder Regierung voranzutreiben. Immer hat er sich und die Wissenschaft in den Dienst der Mächtigen gestellt.

Sein Interesse an Elektrophysik wurde schon in der Kindheit und Jugend geweckt.

Er experimentierte zu Hause und versuchte physikalische Zusammenhänge zu verstehen. Sein erstes Patent bekam er mit 16 Jahren. In der Schule langweilte er sich und sie interessierte Ardenne recht wenig. Da er nicht viel Sinn in dieser Lehranstalt sah, verließ er sie noch vor dem Abitur.

Die Anfänge als Wissenschaftler

In dem Unternehmer Siegmund Loewe fand er einen Freund und Gönner, der sich für die Ideen Manfred von Ardennes interessierte. Zusammen entwickelten sie eine Röhre, die als erster integrierter Schaltkreis gilt. In ihr befanden sich vier Widerstände, zwei Kondensatoren und drei Triodensysteme. Ohne Abitur zu studieren war unmöglich. Doch Ardenne hatte den Drang an der Universität in Berlin Mathematik, Physik und Chemie zu studieren. Dies gelang dann auch, da sich Georg Graf von Arco und der Nobelpreisträger Walther Nernst für ihn einsetzten.

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Doch nach vier Semestern schmiss er das Studium und widmete sich wieder seinen Forschungen.

Eigenständige Forschung

Nachdem er im Jahr 1928 das Forschungslaboratorium für Elektronenphysik in Berlin gründete, erfand er dort unter anderem das Rasterelektronenmikroskop. Mit der ersten Fernsehübertragung auf der Welt per Kathodenstrahlröhre gelang Ardenne 1930 ein Durchbruch für das spätere Fernsehen und er schrieb damit Geschichte. Ihm gelangen viele weitere Erfindungen in der Funk- und Fernsehtechnik. Während der Funkausstellung 1933 wurde er durch einen alten Kriegskameraden seines Vaters dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler vorgestellt. Das verhalf ihm zu Forschungsaufgaben vom Reichspostministerium.

Ardenne wurde im Dritten Reich vom Kriegsdienst freigestellt, da er sich vor allem in der Radartechnik einen Namen machte. Das war kriegswichtig und die Militärs setzten auf seine Forschung. Nach der Entdeckung der Kernspaltung, widmete er sich dann im Auftrag der Nationalsozialisten auch der Kernphysik und verbrachte viel Zeit mit dieser Thematik während des Krieges.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde er von der Sowjetunion an die sowjetischen Akademien der Wissenschaften geholt. Dort arbeiten zu dürfen war für jedem Wissenschaftler wie ein Ritterschlag. Dort war er vor allem, um am Bau einer Atombombe tätig zu werden. Für seine Arbeiten wurde ihm der 1953 der Stalinpreis 2. Klasse verliehen. Seine Empörung war groß, dass er nicht mit dem Preis 1. Klasse belobigt wurde. Seine Unmut darüber bekundete er in einem Brief an die Regierung.

Nach der Rückkehr aus der Sowjetunion baute sich Ardenne ein Forschungsinstitut auf dem Weißen Hirsch in Dresden auf und lehrte als Professor für elektronische Sonderprobleme an der TU Dresden. Bis zum Ende der DDR zählte sein Institut 500 Mitarbeiter. Er wurde auch der „Rote Baron“ genannt. In der ehemaligen DDR genoss er viele Vergünstigungen und Privilegien, da das Land Wissenschaftler wie Ardenne brauchte und halten wollte. So verfügte er über ein "offenes Konto" und durfte in das nichtsozialistische Ausland reisen. Seine Treue zum Regime zeigte er als Abgeordneter der Volkskammer. Als Vorzeigewissenschaftler wurde er mit Auszeichnungen und Preisen überschüttet. Zu jener Zeit war er nicht überall beliebt. Nicht nur wegen seiner Sonderbehandlung, sondern auch, weil er sich am akademischen Weg, der normalerweise zur Karriere führte, vorbeimogelte. In den 1960er Jahren begann er in der Medizin und Medizintechnik zu forschen. Das Ende der Deutschen Demokratischen Republik bedeutete einen harten Einschnitt für Ardenne, da er sich auf den freien Markt beweisen musste und die staatlichen Aufträge wegfielen.

Nach der Vereinigung der DDR und der BRD arbeitete er bis zu seinem Tod in seinen Forschungsunternehmen weiter.