Wer ist Sigmund Jähn?

Wenn heute junge Leute nach Sigmund Jähn gefragt werden, kommt oft nicht mehr als ein Achselzucken. Die reifere Generation, die in der Deutschen Demokratischen Republik aufwuchs, kann mit diesem Namen schon eher etwas anfangen. Für viele war er damals sogar ein Held und eine Art Pop-Ikone. Jungs spickten Ihre Kinderzimmer-Wände mit seinen Bildern und wollten mal so werden wie er. Sigmund Jähn war der erste Deutsche im Weltraum und sicherte sich damit einen Platz im Geschichtsbuch.

Sigmund Jähn der Kosmonaut

Sigmund Jähn wurde 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz im Vogtland geboren. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Buchdrucker.

Seinen Wehrdienst trat er 1955 bei der VP-Luft, dem Vorläufer der Luftstreitkräfte der DDR, an. Als Offiziersschüler ging er nach der Grundausbildung an die Fliegerschule in Bautzen. Während seiner Militärzeit legte er parallel sein Abitur ab, um danach an der Militärakademie der Luftsstreitkräfte „Jury Gagarin“ in Monino bei Moskau Militärwissenschaft zu studieren. 1976, nun schon Oberstleutnant, kam Jähn mit drei weiteren deutschen Kandidaten in die engere Auswahl zur Kosmonautenausbildung, die im Rahmen des Interkosmos-Programm stattfand.

Der große Tag des Fluges ins All kam näher. Er wurde dem schon erfahrenen sowjetischen Kosmonauten Waleri Fjodorowitsch Bykowski zugeteilt. Am 26. August 1978 hob dann die Sojus 31 endlich ab. Bis zum Schluss wurde kein großartiges Aufhebens um den Start gemacht.

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Die Mission war der Anflug an die Raumstation Saljut 6 und diverse wissenschaftliche-technische Experimente mit der Multispektralkamera MKF 6, Experimente mit Kristallen, Sinneswahrnemungen in der Schwerelosigkeit, biologische Experimente, um nur einige zu nennen.

Der Flug dauerte sieben Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und vier Sekunden, wobei die Erde 125 Mal umkreist wurde. Die Landung lief nicht ganz so reibungslos ab und es kam zu kleineren Komplikationen. Da sich der Bremsschirm nicht rechtzeitig von der Landekapsel löste, überschlug sich die Kapsel einige Male und wurde durch die Steppe geschleift. Diese harte Landung führte bei Sigmund Jähn zu bleibenden Wirbelsäulenschäden.

Nach dem Flug

Der erste Flug eines Deutschen ins All wurde durch starke Medienpräsenz ausgeschlachtet. Fernsehübertragungen sowie Sondersendungen sind geschaltet worden und es gab Sonderausgaben in Zeitungen. Sigmund Jähn schaffte es zur lebenden Legende in der DDR. Nach ihm wurden Straßen und Schulen benannt. Als Pionier der deutschen Weltraumgeschichte erhielt Jähn unzählige Auszeichnungen. Bisher brachten es noch 10 weitere Deutsche ins All.