Ehemaliger russischer Geheimdienstoffizier vergiftet

In Salisbury, einer südenglischen Stadt der Grafschaft Wiltshire, wurden zwei Personen, ein Mann zwischen 60 und 70 Jahren und eine Frau zwischen 30 und 40 Jahren am Wochenende mit Verdacht auf Vergiftung durch eine „unbekannte Substanz“ ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie fast bewusstlos auf einer Bank in der Nähe eines Einkaufszentrums bemerkt wurden. Beide Personen kämpfen noch auf der Intensivstation um ihr Leben. Bei dem männlichen Opfer handelt es sich um einen ehemaligen Doppelagenten aus Russland. Laut der BBC soll es sich um den russischen Geheimdienstoffizier Sergej Skripal handeln, der im Rahmen eines Gefangenenaustauschs inhaftierter Spione zwischen Moskau und Washington 2010 nach Großbritannien gekommen sei.

In Moskau wurde der ehemalige Oberst zu 13 Jahren Gefängnis wegen Verrat und Spionage verurteilt. Skripal wurde zur Last gelegt, dem britischen Geheimdienst die Identität mehrerer Doppelagenten preisgegeben zu haben. Angeblich konnte sich der ehemalige Doppelagent im Vereinigten Königreich unter einer neuen Identität etablieren.

Erinnerung an Alexander Walterowitsch Litwinenko

Ein Giftanschlag in Zusammenhang mit Spionage in Großbritannien lässt die Welt aufhorchen. War da nicht einmal etwas in dieser Richtung gewesen? Im Jahr 2006 starb der ehemalige Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB und seines russischen Nachfolgers FSB sowie Informant des britischen Geheimdienstes M16 Alexander Walterowitsch Litwinenko in London an einer Vergiftung mit Polonium. Er wurde als Buchautor und Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt.

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Kurz bevor Litwinenko sein Bewusstsein verlor, gab er der Times ein Interview bei dem er erklärte, dass er vom Kreml zum Schweigen gebracht worden sei. Angeblich soll der Befehl zur Liquidierung von oberster Stelle erfolgt sein.

Reaktionen nach der Vergiftung

Der aktuelle Fall zieht diverse Parallelen zum Fall Litwinenko. Eine Reaktion aus dem Kreml gab es auch schon. Somit sprach der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow davon, dass die Anschuldigung nicht lange auf sich warten lassen habe. Kommentieren könne er aber den Fall nicht.

Als Vorsichtsmaßnahme wurde von der Polizei eine Pizzeria in Salisbury geschlossen und die Bevölkerung sollte jeden Verdachtsfall von plötzlich aufkommenden Erkrankungen melden.