Die Welt trauert

Die Welt nimmt Abschied von Stephen Hawking. Der 76-jährige britische Astrophysiker starb am Mittwochmorgen friedlich in seinem Haus in Cambridge. Glaubte er doch nicht an einem Leben nach dem Tod, wird er doch seinen Tod mit Hilfe seiner geistigen Hinterlassenschaften überleben. Kaum einer, der ihn nicht kennt, das Genie im Rollstuhl, der sich kaum bewegen und artikulieren konnte. Während seiner Studienzeit im Cambridge manifestierte sich bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), die sein Nervensystem zerstörte. Seine geistige Fähigkeiten waren davon nicht betroffen. Nach den ersten Lähmungserscheinungen war er seit 1968 auf einen Rollstuhl angewiesen.

Bei einer Lungenentzündung in Genf 1985 erlitt er eine lebensbedrohliche Lungenentzündung. Es musste wegen Atemnot ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden. Dadurch verlor er zusätzlich seine Fähigkeit zu sprechen. Die Kommunikation war anfänglich nur durch die Bewegung der Augenbraue möglich. Danach nutzte er einen Sprachcomputer.

Sein Leben

Stephen William Hawking wurde 1942 in Oxford, England als Sohn eines Tropenmediziners und einer Wirtschaftswissenschaftlerin geboren. Durch seine außerordentlichen Leistung bei der Aufnahmeprüfung für die Universität Oxford, wurde ihm eine Stipendium an dieser Universität gewährt. Nach einem Bachelor-Abschluss in Oxford, wechselte er an die Universität Cambridge, wo er seine Promotion über theoretische Astronomie und Kosmologie begann.

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Berühmtheit erlangte er in den 1960er Jahren durch den Beweis der notwendigen Existenz von Singularitäten in der allgemeinen Relativitätstheorie. Danach beschäftigte er sich vor allem mit quantenmechanischen Interpretationen der Schwarzen Löcher und entwickelte das Konzept der „Hawking-Strahlung“. In den 80er Jahren widmete sich Hawking unter anderem der Raum-Zeit-Thematik und den Theorien über den Ursprung und Entstehung des Universums.

Das Idol der populären Wissenschaft

Hawking hatte das Talent das Interesse der Bevölkerung für die Astrophysik zu wecken. Hochkomplexe Themen machte er für die Allgemeinheit zugänglich und gestaltete sie für fast jeden verständlich. Dazu trug vor allem sein populärwissenschaftliches Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ bei, das sich als Bestseller millionenfach verkaufte. Aber auch die Auseinandersetzung mit der Kirche und der Versuch den Beweis zu erbringen, dass es keinen übernatürlichen Schöpfer gäbe, wurde gespannt von der Welt verfolgt. Vor wenigen Jahren ging er Fragen der Menschheit nach, wobei er auf Gefahren aufmerksam machte, die die Menschheit stark dezimieren könnten und welche Rolle dabei die Besiedlung auf andere Himmelskörper spielte, damit der Mensch nicht aussterbe.

Stephen Hawking war nicht nur ein geistiges Genie, sondern auch ein Beispiel und Vorbild. Trotz der schweren Erkrankung an ALS, die bei ihm mit 21 Jahren diagnostiziert wurde, gab er sich nie selber auf. Statt das Handtuch zu schmeißen, promovierte er, räumte einen Preis nach dem anderen ab, bekam Ehrungen, schrieb Bestseller, heiratete, wurde Vater und Großvater. Nie sah er seine Grenzen aufgrund seiner körperlichen Limitation. Höher, schneller, weiter erreichte er seine Ziele durch seinen brillanten Geist und einen festen Willen.