„Sudan“ wurde eingeschläfert

#Sudan“ war das letzte männliche Exemplar seiner Art. Er gehörte zu den Nördlichen Weißen Nashörnern, oder auch Nördlichen Breitmaulnashörnern, wie sie noch genannt werden. Um „Sudan“ stand es schon seit einiger Zeit kritisch. Er litt an Hautwunden, einer Infektion am Hinterbein und an Knochen- und Muskelschwund. „Sudan“ konnte kaum noch stehen, geschweige sich bewegen. Schwer krank musste er nun mit 45 Jahren eingeschläfert werden. Sein Zustand verschlechterte sich in den letzten 24 Stunden drastisch. Im selben Tierschutzgebiet leben noch zwei weibliche Nashörner dieser Art. Die möchten die Wissenschaftler nun Embryos von Südlichen Breitmaulnashörnern austragen lassen, um die Art zu retten.

Von den Südlichen Breitmaulnashörnern gibt es noch etwa 20.000 Exemplare. Da „Sudan“ nicht mehr genügend Sperma zur Erhaltung der Art produzierte, wurde genetisches Material von ihm entnommen. Eine winzige Hoffnung für das Nördliche Breitmaulnashorn schlummert auch noch im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Dort wird noch Sperma von Bullen, die früher im Zoo in Tschechien gelebt haben, aufbewahrt.

Breitmaulnashörner

Die Art der Breitmaulnashörner lebt in Grassavannen Afrikas. Neben Elefanten und Flusspferden gehören sie zu den größten Landsäugetieren der Erde. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt zwischen 340 und 380 Zentimetern und hat eine Schulterhöhe zwischen 150 und 189 Zentimetern. Der Riese bringt als Kuh bis zu zwei Tonnen und als Bulle bis zu 2,5 , in Ausnahmen sogar bis 3,5 Tonnen auf die Waage.

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Während der Sehsinn, der es nur auf maximal 20 cm bringt, relativ schlecht ist, verfügt das #Nashorn über einen sehr guten Geruchs- und Gehörsinn. Bei günstiger Windrichtung kann es durch den Geruch Gefahr auf 730 Metern wittern. Ausgewachsene Breitmaulnashörner haben allerdings keine natürlichen Feinde.

Das Nördliche Breitmaulnashorn kommt nur noch im Nationalpark Garamba in der Demokratischen Republik Kongo vor. Während es in den 1970er Jahren noch 40 Exemplare gab, wurden sie durch dem Bürgerkrieg und wildernder Paramilitärs in Mitleidenschaft gezogen. Es kam von der IUCN Anfang der 2010er Jahre auf die rote Liste gefährdeter Arten, die sich kurz vor dem #Aussterben befanden. Wissenschaftlich erfasst wurde diese Nashornart erstmals 1908. In jener Zeit waren noch sehr viele Tiere in Afrika vertreten, bis Menschen die Großwildjagd für sich entdeckten. Als beliebte Trophäe musste diese Art herhalten und wurde binnen weniger Jahre sehr stark dezimiert.

Rote Liste gefährdeter Arten

Die Rote Liste gefährdeter Arten wird regelmäßig von der International Union for Conservation of Nature and Nature Resources (IUCN) veröffentlicht.

Dort werden Tier- und Pflanzenarten mit hohem Aussterberisiko aufgeführt. In der Ausgabe aus dem Jahr 2007 sind 16.308 bedrohte Arten verzeichnet. Die Liste teilt sich in 32 Prozent Pflanzen, 29 Prozent Amphibien, 21 Prozent Säugetiere und 12 Prozent Vögel auf. Die Rote Liste unterscheidet in verschiedenen Gefährdungskategorien.