2

Die meisten Zuschauer kennen folgendes Bild aus der allabendlichen #Tagesschau um 20 Uhr: Es wird so etwas ähnliches gesagt wie "Wir schalten jetzt live zu unserem Korrespondenten XY nach Washington zum Weißen Haus." Der besagte #ARD-Journalist befindet sich allem Anschein nach auch wirklich dort. Prächtige Farben und ein hochaufgelöstes, detailgetreues Hintergrundbild sorgen für diese Illusion. Der aufmerksame Zuschauer, der jedoch genauer hinsieht, bemerkt: Die amerikanische Flagge auf dem Weißen Haus steht seltsam aufrecht in der Luft und bewegt sich nicht und das, obwohl der Reporter mindestens dreißig Sekunden lang redet. Entweder müsste man doch dann die Bewegung des Windes in der Fahne erkennen oder aber sie müsste doch dann wenigstens schlapp hinunterhängen.

Oder nicht? - Die Lösung auf dieses hochseltsame Phänomen ist so simpel wie genial: Der Reporter befindet sich nämlich gar nicht in Washington vor dem Weißen Haus, sondern in Wahrheit vor einem Greenscreen, auf welchem dieses täuschend echte Foto projiziert wird. Doch nicht nur bezüglich Neuigkeiten im Ausland wird getrickst. Auch hierzulande bekommen wir manchmal eine echte Liveübertragung vor dem Kanzleramt in Berlin und manchmal ein schönes Greenscreen-Bild vorgehalten. Enttarnen lassen sich solche über die besagten nicht wehenden, aber irgendwie trotzdem in der Luft stehenden Flaggen oder aber durch Menschen, die im Hintergrund beispielsweise auf irgendeinem hinteren Pfad durchs Bild huschen und sich während der Übertragung keinen Zentimeter weiterbewegen, sondern nur still auf der Stelle stehen.

Top Videos des Tages

Doch wie wird die Tagesschau generell erstellt? Welche Auswahlen werden getroffen? Welche Schwierigkeiten und Herausforderungen birgt die Arbeit? Die #NDR-Doku veröffentlichte Ende Februar 2018 auf YouTube hierzu eine knapp halbstündige Dokumentation über die Zusammenhänge, die wir abseits der meist 15-minütigen Tagesschau um meist Punkt 20 Uhr nicht zu sehen bekommen und schafft dem Zuschauer endlich Transparenz darüber, wo seine Nachrichten herkommen und wie diese bearbeitet werden, die er jeden Abend konsumiert. Die Bereitstellung von Informationen, die Auswahl und das Weglassen von dergleichen formen seinen Blickwinkel und seine Bewertung über den Zustand der Welt und des Geschehens darin: Ist es besorgniserregend, was passiert ist? Oder ist alles in Ordnung und wir leben in Sicherheit? Durch das Vorenthalten von Nachrichten und die großzügige Bereitstelllung anderer Nachrichten formen Nachrichtenagenturen schon seit Jahrzehnten das Sicherheitsempfinden der Menschen beziehungsweise das Katastrophenpotenzial einer bestimmten Nachricht. Grund genug, dem jetzt auf die Spur zu kommen.

Hier gelangen Sie zu der NDR-Doku: "Tagesschau - Nachrichten rund um die Uhr | Wie geht das?"