Der Film

Einer der teuersten und aufwendigsten Filme der damaligen Zeit war „Metropolis“. Der Stummfilm als Werk des deutschen Expressionismus, den Fritz Lang zwischen 1925 und 1926 drehte, hatte seine Prämiere am 10. Januar 1927. Etwa 36.000 Komparsen, 1100 Kahlköpfige und Ausgaben von etwa fünf Millionen Reichsmark sind nur einige wenige gigantische Zahlen, die den Dreh des Filmes begleitet haben. Die Erwartungen wurden zu hoch geschraubt und der Film floppte. Alleine im ersten Jahr spielte er gerade mal 75.000 Reichsmark in Berlin ein. Der Film musste leiden! Nicht nur dass er miserable Kritiken in jener Zeit bekam, sondern auch weil er verkürzt und verstümmelt wurde.

Ihm kam der Ruhm erst zu, als es schon längst keine Stummfilme mehr gab. Es wurde ihm sogar die Ehre zu teil, ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen zu werden.

Die Handlung

In einer Großstadt leben die Menschen getrennt nach Klassengesellschaften. Dabei genießt die Oberschicht den absoluten Luxus, während die Arbeiterklasse stark getrennt von den Reichen unterhalb der Stadt lebt und dort auch schuftet, um die große Maschinerie am laufen zu lassen, damit der Gewinn der Reichen gesichert und vermehrt wird. Der Tag der Arbeiter ist in 20 Stunden aufgeteilt und die Arbeitsschicht dauert 10 Stunden. Der alleinige Herrscher von Metropolis ist Joh Fredersen, der im „neuen Turm Babel“ regiert und von dort aus die Fäden zieht.

Eine junge Frau aus der Unterstadt namens Maria möchte einigen Kindern zeigen, wie die in der Oberstadt leben.

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Dabei trifft sie den Sohn des Herrschers und beide verlieben sich ineinander. Als der junge Mann in die Unterstadt kommt, wird er gerade Zeuge eines Unfalls. Da ein Arbeiter kraftlos zusammensackt, überhitzt die Maschine und explodiert. Bei diesem Zwischenfall gibt es Tote und Verletzte. Jeder Arbeiter ist ein Rädchen in einer riesigen Maschinerie und muss nur funktionieren, damit die Oberwelt sorgenfrei leben kann. Das Leben und jeder Handgriff der Arbeiter sind automatisiert. Das öffnet den jungen Reichen die Augen über die ungerechten Bedingungen der Arbeiterklasse. Das Drama nimmt seinen Lauf...

Interpretationen

Metropolis zeigt die Klassengesellschaft nach dem marxistischen Weltbild. Da gibt es zu einem die Ausbeuter und zum anderen die Ausgebeuteten. Der Graben zwischen diesen beiden Klassen ist so tief, dass er kaum überwunden werden kann. Das Klassenbewusstsein steht an der Tagesordnung. Die Abhängigkeit zwischen Maschine und Mensch wird eindrucksvoll dargestellt. Dabei wurden starke Elemente des Expressionismus übernommen. Es gibt eine Ästhetik zwischen Maschine und Mensch in der Masse. Dabei wurden für die damalige Zeit futuristische Erfindungen wie Bildtelefon, Roboter oder Einschienenbahnen gezeigt.

Dieser Film ist auf jedem Fall sehenswert und eine Bereicherung in der Kunstwelt.