Faust. Eine Tragödie

Faust. Eine Tragödie“ wird auch als „Faust I“ oder „Faust erster Teil“ bezeichnet und ist ein 1808 veröffentlichtes Werk von Johann Wolfgang von Goethe. Es gehört zum absoluten Klassiker der deutschen Literatur und des deutschen Theaters. In der Tragödie wird die Geschichte des Heinrich Faust , dem der historische Johann Georg Faust als Vorbild diente, erzählt. Unzufrieden mit den Grenzen, an die immer wieder als Wissenschaftler stößt, kann er selbst sein privates Leben nicht richtig genießen. Sein Drang nach Wissen ist unersättlich und dominiert sein Leben. Er lebt nur für die Wissenschaft und fragt sich oft, wofür er das alles tut.

Lebensfreude kennt er kaum noch und das reißt ihn auch in Depression. Er bietet dem Teufel Mephisto einen Pakt an, um seiner aktuellen Situation zu entfliehen. Dieser nimmt an und verjüngt Faust. Danach zeigt er ihm die Welt mit dem wahren Leben und verhilft Faust zur Liebe mit Margarete, einer jungen und naiven Frau, die er verführt und schwängert. Damit nimmt das Drama seinen Lauf.

Die Gretchenfrage

Oft wird von der Gretchenfrage gesprochen. Doch was ist die Gretchenfrage und was steckt dahinter? Als Gretchenfrage wird eine Frage bezeichnet, dessen Ziel es ist, ein direktes Bekenntnis als Antwort zu erhalten, das bis zum Zeitpunkt der Fragestellung nicht öffentlich kundgetan wurde.Den Ursprung dafür hat sie im „Faust I“. Dort stellt Margarete, die auch Gretchen genannt wird, Faust folgende Frage: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“ Die strukturelle Fragestellung mit der Einleitung „Wie hältst du es mit ...“ ist der wichtige Bestandteil der Gretchenfrage und wird auch noch heute gerne angewendet, um die Meinung und Geständnisse anderer zu entlocken.

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Die Philosophie im Faust

Bei dem Werk werden viele, zum Teil philosophische Fragen aufgeworfen. Ein Thema ist zum Beispiel die Lüge. Faust lehnt die Lüge als etwas Negatives ab, und doch habe er mit wissenschaftlichen Behauptungen, die nicht bewiesen sind, eventuell gelogen. In diesem Zusammenhang kommt die Liebe ins Spiel. Das Versprechen auf ewige Liebe und Treue könnte auch eine Lüge bedeuten. Worte, die für wahr gehalten werden wollen, aber nicht sicher sind. Ab wann beginnt eine Lüge?

Ein weiteres philosophisches Thema ist, was eigentlich unter gut und böse zu verstehen ist. Es kann aus etwas Negativem auch Positives gezogen werden, also wäre das Böse dann gut? Gut und böse kann beides ins Entgegengesetzte umschlagen und verliert dadurch seine Bedeutung. Aber es gibt noch viele andere interessante philosophische Fragen zu entdecken. Wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte dieses Werk ruhig einmal lesen!