Todesstrafen

In vielen Ländern der Welt wird die Hinrichtung noch immer als legale Strafmaßnahme und legitimes Mittel der Rache angewendet. Die aktuelle Statistik bestätigt allerdings eine leichte Rückläufigkeit der legalen Tötung, wobei die Zahlen aber mit Vorsicht zu genießen sind, da zum Beispiel China keine Zahlen nennt. Sie fallen in diesem Land unter das Staatsgeheimnis. Dabei gehört China zu einem der Länder, die mit am hinrichtungsfreudigsten sind.

Bericht von Amnesty International

Im vergangenen Jahr haben offiziell 933 Menschen durch den Henker ihr Leben lassen müssen. Diese Anzahl an vollstreckten Todesurteilen wurde von Amnesty International bestätigt.

Insgesamt gab es Aktivitäten von Hinrichtungen in 23 Ländern, wobei mindestens 2591 Todesurteile in 53 Ländern ausgesprochen wurden. Im letzten Jahr gab es einen Rekord von 3117 Todesurteilen. Bei diesen Zahlen ist natürlich China aus den besagten Gründen nicht berücksichtigt. Dort werden Tausende Exekutionen und Todesurteile vermutet und China soll die Spitze der Hinrichtungsstatistik anführen. Wenn dieses Land außen vorgenommen wird, wurden 84 Prozent der weltweiten Todesurteile im Iran, Pakistan, Irak und Saudi-Arabien vollstreckt. In 15 Ländern wird das menschliche Leben mit Drogendelikten aufgewogen und zählt zu eines der schwersten Straftaten. Als einziges Land auf dem amerikanischen Kontinent exekutieren noch fleißig die USA, auf deren Liste 23 Vollstreckungen standen und es somit zu einem leichten Anstieg kam.

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Ein Hoffnungsschimmer bleibt Afrika. Auf diesem Kontinent wurden in 20 Ländern südlich der Sahara die Todesstrafe abgeschafft. In der heutigen Zeit gehören zu den gängigsten Hinrichtungsmethoden der Elektrische Stuhl, die Erschießung, die Enthauptung, das Hängen, die Vergiftung und die Steinigung.

Hinrichtungen in Deutschland

Im Mittelalter war ein Resultat der Hinrichtung die Folter, an der viele erlagen. Damals gab es aber verschiedene Hinrichtungsmethoden, die sich nach der Straftat richteten. Zu jener Zeit waren die Hinrichtungen noch öffentlich und kamen teilweise einem Spektakel gleich. Die letzte öffentliche Hinrichtung fand in Deutschland im Jahr 1850 in Würzburg statt. Ab 1851 sollte offiziell die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Um Aufsehen zu vermeiden, gab es im Dritten Reich ab 1937 zentrale Hinrichtungsstätten, meistens ausgestattet mit einem Fallbeil. Nach dem Krieg fand die letzte Hinrichtung in Westdeutschland 1949 in Tübingen statt. Drei Monate später wurde in diesem Teil Deutschland die Todesstrafe abgeschafft.

Die Abschaffung der Todesstrafe wurde im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert. Dieses Grundgesetz galt bis 1990 nicht in West-Berlin. Dort fand die letzte Hinrichtung ebenfalls 1949 statt und die Todesstrafe wurde dort 1951 abgeschafft. Trotz alledem gab es noch viele weitere Vollstreckungen auf westdeutschem Boden, allerdings für Kriegsverbrecher und durch ein Urteil der US-amerikanischen Besatzungsbehörde. In der damaligen DDR wurde das letzte nicht-militärisches Todesurteil 1972 an einen Kindermörder vollstreckt. Die wahrscheinlich letzte Hinrichtung gab es wegen angeblicher Spionagetätigkeiten eines Stasi-Offiziers im Jahr 1981.